Zum Inhalt springen

Ewiger Kampf

Sollte jemand, dem Trugschluss erlegen sein, dass ich hier nur über den Vater schimpfe und von mir selbst glaube ich hätte es mit dem Löffel gefressen. Dem ist nicht so. Ich kämpfe auf einem anderen Level mit der Erziehung. Die rudimentären Fragen an denen Mr. M. scheitert (Ernährung, Medien, Konsum um einige zu nennen) halte ich einfach für selbstverständlich für ein Elternteil.

Ich kämpfe oft sehr mit meiner Tochter und manchmal streiten wir auch viel. Ich weiß, wir kennen das alle. Ärger, Streit und manchmal auch Schreierei. Die meisten meiner Freundinnen erzählen mir dieselben Geschichten und ich denke auch viele von euch werden es als nicht ungewöhnlich empfinden. Bei vielen Dingen bin ich mir aber sehr sicher, bei weniger schädlichem Verhalten von Mr. M. würde uns zu Hause einiger Ärger erspart bleiben und natürlich machen es Streitereien zu Hause noch einfacher für ihn mich schlecht hinzustellen. Jeder böse Streit, sei er noch so gewöhnlich, macht mich natürlich angreifbar für ihn bei meiner Tochter.

Er selbst geht immer schon, seit die Kleien Töne von sich gibt, den Weg des geringsten Widerstandenes. Immer schon wurde absolut jede Art der Reibung nur mir überlassen. Er verlangt nichts von ihr, er sagt niemals nein, er setzt niemals Konsequenzen durch. Hat er noch nie getan.

Er malte vom ersten Tag an das Bild der ewig spaßverderbenden Nörgelmutter gegen den Supervater. Immer schon machte er mich damit unmöglich, selbst innerhalb unserer „Familie“.

Wie alle die dieses Spiel spielen, versteht er nicht, dass sein Kind am Ende die Konsequenzen trägt und keinen Nutzen daraus zieht. Er selbst beschreibt das übrigens so: „Es ist doch ganz normal, dass einer mehr gemocht wird und der Lustigere ist.“ Ja ne, is‘ klar!

Natürlich erzielt er den Effekt, dass es mein Leben mit meiner Tochter oft sehr, sehr anstrengend und schwierig macht aber dasselbe gilt ja auch für das Kind.

Mr. M. macht Erziehung nämlich so: Er sagt zu irgendwas „Nein“.

Seine Tochter sagt „Bitte, bitte, bitte.“

Wenn er einen sehr guten Tag hat sagt er nochmal „Nein“.

„Bitte, bitte, ich will aber.“

„Na gut.“

Bähm.

Kardinaler Fehler.

Damals in der „Familie“, lege er schon großen Wert darauf immer das Gegenteil von mir zu sagen und zu tun.

Wenn ich sie für etwas schimpfte, kam er und tröstete sie währenddessen. (Eine Hand auf die Schulter oder so) Immer bemüht die Botschaft zu senden: Ich bin auf deiner Seite, gegen die Mama.

Ebenso war ich immer auf verlorenem Posten, wenn es um Dinge ging wie: Beim Essen sitzen bleiben, Mund zu beim Kauen, nicht aufstützen und so. Nur ich sagte ihr das und versuche es auch jetzt noch, jeden Tag, hundert mal. Wie ihr wisst, macht es das so unendlich schwer. Das Kind tat was es wollte am Tisch und sah gar nicht ein auf mich zu hören, weil der andere Elternteil immer signalisierte es sei unwichtig. Und heute? Ja, aus dem Pizzakarton vor dem TV und Pommes aus der Tüte, da braucht es keine Manieren. Da muss man nix sagen.

Bitte versteht dies nur als Beispiel. Alles was ich erzähle ist auf unzählige Alltagssituationen anzuwenden, die da liefen und laufen.

Was erreicht er damit? Andere Menschen empfinden sein Kind als unerzogen. Das hilft ihr sehr im Leben.

Ich kämpfe also auf verlorenem Posten. Sie macht den Mund nicht zu, sie zeigt mir ihr Essen. Leider bin ich aber nicht gewillt das einfach auf sich beruhen zu lassen, also führe ich den ewigen Kampf. Bei so unglaublich vielen Dingen. Ich muss Kämpfe ausfechten um alles, was eigentlich tägliche Routine ist und das ist so kräftezehrend. Für uns beide.

Bei mir funktioniert es eben nicht einfach Dinge oft genug zu sagen und dann breche ich ein.

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.