Zum Inhalt springen

„Am Ende wird jeder zu dem was er war“

Die Scheidung ist heute durch und was soll ich sagen, auch im Termin war sich Mr. M. nicht zu schade für eine Demonstration seiner Armseligkeit. Das Geld ist mir gar nicht so wichtig, echt. Ja, ich will, dass er zahlen muss, weil ihm jeder Cent zu viel ist aber am Ende bin ich recht leidenschaftslos was die Summe angeht. Meine Anwältin war pissed und das fand die Gegenseite lustig. Wirklich. Da sitzen zwei selbstgerechte Männer am Tisch der Richterin und der Anwalt flüstert zu meinem Mann: „Die Kollegin ist gekränkt.“ Da können sie lachen, die zwei Supermänner. Oh je, oh je.

Am Ende wollte er noch um 40 € streiten, ich sagt dann relativ schnell, dass mir das zu lächerlich sei. Er hat sich am Schluss gefeiert, weil er nur 300€ zahlen muss und kommt sich noch groß dabei vor. Ich vermute er denkt, dass mein Herz an jedem Cent hängt und er mir da jetzt schön ein Schnippchen geschlagen hat. Gott sei Dank gehen meine Gefühlsregungen was das Geld angeht gegen Null. Sorry.

Was mich aber wirklich aufregt und womit ich einfach nicht fertig werde, sind am Ende die Lügen. Die wirklich dummen Lügen. Warum tut man sowas? Warum ist der Mann sich nicht zu schade zu zeigen wie klein er ist?

Ich habe kaum etwas gesagt währen der Verhandlung. Kein Wort zu der ganzen Rechnerei erst als er dann ernsthaft behauptet er sei ausgezogen und habe mir den Hausstand überlassen. Das Würstchen sagte auch noch wortwörtlich „Ich habe nicht mal einen Topf mitgenommen!“ Da wurde ich kurz laut.

Wie bitte????? Ich habe dir 10 Umzugskartons vollgemacht. Mindestens 3 oder 4 davon waren mit Küchenausstattung voll! Du dreister Lügner. Du hast das Ecksofa weggeschleppt, das Bett, einen Kleiderschrank, den Fernseher, und, und,  und. Warum setzt man sich dahin und behauptet „Nicht mal einen Topf“? Warum, du Wicht?

Vielleicht ist es für sein Ego ja wichtig im Nachhinein zu verleugnen, dass unser gesamtes wirtschaftliches Wohl und Wehe auf mich aufgebaut war. Er selbst hat nie was gerissen. Ich erinnere mich, wie oft wir versucht haben für ihn wenigsten einen eigenen Kunden zu finden. Einen Kunden, der nicht meiner war sondern, der ihn unabhängig buchen würde. Immer habe ich gesagt er muss eigenen Kunden finden immer. Immer. Habe ihm sogar Adressen gesucht und Ansprechpartner und wir haben Karten verschickt etc.

Uns das Würstchen schreibt, er habe einen Kundenstamm gehabt, den er für mich aufgegeben hat. Ja klar, genau darum habe ich Jahrelang gepredigt er braucht Kunden.

Er hat dann auch behauptet er sei schon vor mir selbständige gewesen. Zu einer Zeit, wo er noch beim Bund angestellt war und nebenbei versuchte schon mal den Absprung zu schaffen. Er dreht ab und zu fürs Lokal TV (meistens mit mir, weil andere Redakteure andere Kameramänner wollten), wo er sein Praktikum gemacht hatte. Dort bezahlte man ihn aber nur, wenn sein Material auch Geld brachte, denn er war ja angestellt und er war ja auch noch kein fertiger Kameramann. Erst als er dann endgültig raus war beim Bund und ich mit Kollegen neu anfing wurde er von uns gebucht.

Ich hatte vorher schon mal versucht Mr. M. bei RTL unterzubringen, denn das waren ja alles langjährige Kollegen von mir. Sie gaben ihm auch eine Chance aber er versaute den Dreh und wurde dann nie mehr gebucht. Erst fast 8 Jahre später ließ man ihn bei RTL wieder drehen. Also bei RTL direkt, nicht falsch verstehen, mit mir gemeinsam dreht er natürlich für diverse Sender.

Warum lügt man so? Warum stellt man sich hin und sagt über die gesamte Ehe und das gesamte gemeinsame Geschäftsleben die Unwahrheit? Mein Gott, wirklich? Mir wäre nicht ein Wort darüber über die Lippen gekommen. Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen.

Gut war auch, dass er immer wieder erzählte er musste einen Kredit aufnehmen, weil er ja unsere Steuern bezahlen musste. Nach der Trennung wohl gemerkt.

Aber er hat ja seitenweise erklärt, dass ich ja nix mehr gearbeitete hätte und er alles heroisch und selbstlos  aufrechterhalten habe. Hmmm…dann kann ich ja nicht sehr viel zur Steuersumme beigetagen haben, wenn dem, so ist…. Ne?

Im Übrigen hatte er nun zum dritten Mal keine Nachweise für seine komischen Kredite. Echt jetzt, er hatte wieder nix dabei… also er hatte natürlich den Zettel dabei, dass er einen Kredit hat aber wofür er das Geld ausgegeben hat, das müsse ihm das Gericht schon so glauben. Ha, ha, ha. Weil er’s ist, klar.

Mir fällt einfach nur noch ein Wort ein: Armselig.

Mr. M. fühlt sich aber super gut dabei. Na dann! Aufgeblasenes Ego ist doch für was gut.

Auch lustig: Ich kann und will dem Mann nicht mehr ins Gesicht sehen nach all diesen Lügen. Ja, ich sprach so gut wie kein Wort mit ihm. Ich wette um jeden Preis, dass Mr. M. denkt ich würde mich wegen des Geldes so verhalten. Weil ich unzufrieden bin mit der Kohle. Das alleine schon… natürlich hat es nix damit zu tun wie er mich behandelt hat, ne, nur mit Geld. Oh Gott!

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.