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Beim Erziehungsberater

Gestern hatte ich ein Elterngespräch an der Schule. Es geht ja gerade hoch her. Genau zwei Tage nachdem er meinem Kind sagte, sie könne bald bei ihm wohnen hatte Mr. M. zufällig eh einen Termin an der Schule. Den zweiten in zwei Jahren und eigentlich nur, weil er nicht – wie versprochen- zur Elternberatung ging. Bei der Gelegenheit hatte er aber durchblicken lassen, was er da zu besten gab und die Pädagoginnen waren geschockt.

Nachdem sich alle etwas gesammelt hatten, mit mir gesprochen wurde und auch mit dem Kind gesprochen wurde, hat man Mr. M. nochmal zum Gespräch gebeten und jetzt eben dann mich.

Das Treffen war desillusionierend. Endgültig desillusionierend.

Die Aussage des Fachpersonals war: Sie haben eine Stunde mit Mr. M. gesprochen und es war sehr anstrengend. Man kommt im Grunde einfach nicht weiter.

Es hat mehrere Anläufe gebraucht um ihm eindringlich klar zu machen, dass er seinem Kind mit dieser Aktion schadet und mit allen anderen Themen, die auf die Erwachsenenebene gehören.

Man hat ihn nun dazu gebracht, dass er mit der Tochter spricht und ihre Erwartungshaltung relativiert. Er soll ihr klar machen, dass es wohl realistisch noch sehr viele mehr Jahre dauert bis sie irgendwo hinzieht.

Abgesehen davon kann man nichts erreichen. Er kann es nicht verstehen, er wird es nicht verstehen. Er wird sich nicht beteiligen und er wird sich auf keine Beratung, keine Vermittlung einlassen und auch sonst nicht beitragen. Sie alle setzten leider nur auf mich und mich alleine es zu schaffen die Situation für mich und mein Kind so in den Griff zu bekommen (MICH in den Griff zu bekommen), dass es Töchterchen damit besser geht.

Mr. M. habe gesagt er geht jetzt einmal zu diesem Erziehungsgespräch und das war es dann für ihn.

Auch die Damen fragten mich wieder was ich denn erreichen wollen würde, wenn ich alles könnte was ich will beim Vater. Meine Antwort darauf ist immer gleich: „Ich möchte, dass er das Hirn einschaltet bevor er spricht und darüber nachdenkt, was er in meinem Kind auslöst.“

Alle lachten und schüttelten den Kopf: „Vergessen sie das. Das kann er nicht.“

Für mich wichtig war noch die Aussage: „Lassen Sie sich keine Angst machen. Er wird nicht vor Gericht gehen und um das Kind kämpfen und wenn er es tut, dann helfen wir Ihnen. Das wird niemals passieren. Wir wissen wie schwer die Situation ist und wir wissen wie beschissen es für Sie ist aber wir arbeiten mit Ihnen.“

Ich soll am Donnerstag zur Erziehungsgespräch gehen und mich bitte zusammenreißen. *lach* Irgendwie versuchen gelassen zu bleiben und nur eine ganz kleine Sache versuchen zu erreichen. Etwas mit einer klaren Handlungsanweisung, das könnte Mr. M. schaffen.

Wenn man ihm beibringen kann der Tochter klar zu sagen, dass sie Konflikte mir auch mit mir besprechen muss. Fertig.

Aufhören Öl ins Feuer zu gießen. Aufhören sie zu bemitleiden, weil die Mama so böse ist. Einfach nur immer die eine Antwort geben. „Das klärst du mit deiner Mama.“

Dies würde die Situation sehr verbessern und dies kann er vielleicht verstehen.

Ein Armutszeugnis für ihn von A bis Z.

Er tauchte aber nun doch endlich mal bei der Elternberatung auf.

Hier sprach er dann auch mal aus, dass er alles für Quatsch hält, was mit ADHS zu tun hat. Seine Tochter habe das nicht und das mit den Ängsten sei auch alles Quatsch. Er habe als Kind auch Angst gehabt, damit muss man halt mal umgehen.

Mein Einwand, ob er verstanden habe, dass die Grundschule und im Gespräch deutlich gesagt hatte, es geht so nicht weiter an der Schule etc. wurde beantwortet mit: Ja die ist halt zu früh eingeschult worden.

Mag sein aber Fakt ist, sie war schon lange 6 Jahre alt bei der Einschulung, sie wurde beim Test für Schulreif erklärt, niemand – auch der Kindergarten nicht- hätte jemals gedacht, dass es an der Schule so schlimm daneben geht.

Natürlich wusste er nicht mehr, dass Feli mit mir bei der Schuluntersuchung war. Er meinte ganz großkotzig: Ich war doch dabei, bei dem Test! Das Kind konnte es doch nicht!

Was er damit meinte war die Einschulung. Dort stellte man den Kindern natürlich auch kleine Fragen und seien Tochter verweigerte die Mitarbeit. Daraufhin musste sie zum Probeunterricht und wurde dann normal eingeschrieben.

Kurz: Es war so nicht vorhersehbar.

Beim Elternberater kamen wir ja dann doch kurz vom Weg ab und sprachen über die Vergangenheit.

Er meinte ganz groß, ja die Ehe sei am Schluss die „Hölle“ gewesen und er sei auch sehr enttäuscht.

Als ich sagte, er habe mich mit dem Baby einfach vom ersten Tag an komplett alleine gelassen, da tat er natürlich geschockt „ob das jetzt meine Geschichte sei“ – so ungefähr.

Wir waren ja damals noch bei der Paartherapie und die Therapeutin, die hat ihm beigebracht, dass es ja eine „Elternebene“ gibt und eine „Paarebene“ und dass alle Probleme, die ich schildere immer nur auf der Elterneben sind und nie auf der Paarebene. Das hat sich Mr. M. bis heute ganz gut gemerkt.

Ich verstehe bis heute diese Theorie nicht, denn wenn mich ein Partner auf der Elterneben vollkommen im Stich lässt. Mich real und emotional am ausgestreckten Arm verhungern lässt, wo ist denn da noch die Trennung zur „Paarebene“??? Oder anders gesagt, wie soll ich denn auf eine „Paarebene“ kommen, wenn ich mit meinem Baby im Arm einfach Jahrelang alleine strample? Ich empfinde diese Trennung hier unmöglich.

Bis heute schwafelt Mr. M. immer was davon, dass es bei mir ja nie mehr um die Paareben ging, sondern immer nur um die Elternebene. Wenn man den anderen Eltern in dem Paar aber einfach alleine lässt – wo soll denn da noch das Paar sein?

Ich finde es eine Frechheit, dass er immer diesen verblödeten Satz sagt und glaubt, dieser dumme Satz gibt ihm Recht.

Oder habe ich hier was komplett nicht verstanden?

Ich brachte kurz ein Beispiel: Du hast mich nach einer durchkotzten Nacht morgens um 7 Uhr gefragt, ob ich jetzt das Kind in die Krippe fahre!!!

Wieder sagte er, dass sei ja schon wieder nur die Elternebene!

Hä???

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