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Brückentag aus der Hölle

Was für ein Horrortag! Ich hatte „frei“ und was dann passierte.

Ach wie wunderbar, am Freitag nehme ich mir den Brückentag und weil ich sonst nie zu was komme und die nächsten Wochen stressig werden, mache ich da den Termin zum Reifenwechseln! Ein prima Plan!

Außerdem kann ich dann vorher endlich mal die gesammelten Dinge zur Diakonie fahren- da komme ich im normalen Alltag nämlich immer zu spät! Der Recyclingmüll muss weg und die vielen Pfandflaschen. Ja, das mache ich alles in Ruhe bevor ich das Auto abgebe. Währenddessen trinke ich ‘nen Kaffee und schaffe es dann zu meinem Freitagstermin um 15.30 Uhr ganz easy! Danach ist dann der Tag rum und ich warte daheim auf die Zwuckeline! Perfekt!

Die Kleine saß also im Schulbus und ich hatte Zeit! Juhuuu! Als erstes holte ich das Auto möglichst nahe vor das Haus, schleppte die Winterreifen aus dem Keller und wuchtete sie in den Kofferraum. Der Rücken tut mir seit Tagen weh. LWS aber wat mutt, dat mutt.

Danach hatte ich noch locker Zeit zum Duschen und einen Kaffee trinken und mich in Ruhe fertig machen. Hachz, wie schön. Tralalalala!

Als ich aber dann das Haus verließ, da ging es los mit den Widrigkeiten.

Keine 2 Meter weit kam ich da lag er- ein großer Schlüsselbund. Auf dem Boden, quasi mit Neonreklame und Pfeil, in welches Schloss er passte! Ja, ich gebe zu, ich spielte mit dem Gedanken ihn da liegen zu lassen! Vielleicht kam der Besitzer ja jeden Moment zurück.

Dann dachte ich an den Nachbarn, der zur Beschaffungskriminalität neigt und die anderen zwielichtigen Typen, die hier rumhängen und daran, wenn das mein Schlüssel wäre und ja, ja, ja, ich geh ja schon! Ich hob ihn auf und natürlich sperrte er meine Haustüre auf. Keiner war da. Was also tun? Zettel schreiben und ab zur Polizei. Die ist nur ein paar Straßen weiter und dort gab ich den Schlüssel ab.

Vorher musste ich aber noch schnell den Recycling-Müll wegbringen, der war nämlich schon im Auto uns müffelte vor sich hin.

Zeitverlust – 30 Minuten

Gut, dann jetzt endlich mit den Pfandflaschen, die sich seit 3 Wochen ansammeln, zum Supermarkt. Ich entschloss mich, den Einkauf erst noch nach Hause zu fahren und ihn nicht im Auto zu lassen bis alles erledigt war- wie sich noch herausstellen sollte – eine gute Entscheidung.

Als nächstes düste ich dann noch zum Diakonie- Kaufhaus, denn die Spendentüte fuhr ich auch schon 2 Wochen spazieren und an einem normalen Arbeitstag hatten die schon längst zu, wenn ich da war.   

Dann endlich konnte ich meinen 13.15Uhr Termin zum Reifenwechseln ansteuern.

Der Plan: Auto abgeben und in Ruhe einen Kaffee trinken. Dann Auto wieder abholen.

Aus dem in Ruhe Kaffee trinken wurde noch ein Abstecher in zwei Läden und dann endlich sank mein Hintern in den Ledersessel im Coffeeshop!

 Phuuuuu… 30 Minuten jetzt Ruhe.

Die Tasse hatte meine Lippen noch nicht berührt, da klingelte das Handy.

Ums kurz zu machen: Die Werkstatt hatte beim Reifenwechseln bemerkt, dass meien Bremsen quasi nicht mehr vorhanden waren. Man könne das jetzt gleich machen, dauert aber oder morgen.

Kurz nachgedacht: Ich muss heute um 15.30 Uhr beim nächsten Termin sein. Um 17.15 Uhr muss ich zu Hause sein, da kommt das Kind heim.

Morgen: Morgen hatte ich seit 6 Monaten endlich meinen Friseurtermin, den ich schon zweimal verschoben habe, wegen Geldmangel. Dann sagte mir gestern Mr. M. spontan das Wochenende ab. Ich konnte aber eine Freundin organisieren, die für 2 Stunden auf Zwuckel aufpasst, damit ich zum Friseur kann. Ich WILL da hin! Ich schaffe es aber nicht zusätzlich das Auto in die Werkstatt zu bringen bzw. schaffe ich das mit dem Abholen nicht am Samstag. Montag ist wieder Arbeit. *heul*

Was tun, sprach Zeus?

Lösung: Die Werkstatt organisiert mir für jetzt gleich ein Leihauto. Ist übrigens billiger, als das Ausfallhonorar, das mich mein 15.30 Uhr Termin gekostet hätte. Ich sprang also auf und latschte zum Autoverleih. Mit dem Leihauto schaffte ich es zum Termin und dann nach Hause um das Kind im Empfange zu nehmen. Mit dem Kind gab ich das Leihauto wieder zurück und schlurfte inzwischen schon zur Werkstatt um mein Auto zu holen.

Jetzt bin ich 350€ los und eigentlich kann ich mir keinen Friseur mehr leisten.

Solche Chaostage kennt jeder. Ich finde nur, das Problem ist so ein Tag kommt ja on Top auf die oft angespannte Nervensituation, auf den chronischen Zeitmangel, auf all die täglichen Anstrengungen, die uns schon ganz natürlich vorkommen und dann bist du wieder da, wo du merkst es gibt eine Grenze. Die Grenze, die du oft erreichst und die du oft streifst und hinter der der Burn-Out lauert. Der lauert immer und der kommt manchmal sehr nahe. Manchmal, da merkst du aber besonders deutlich, wie dünn die Linie ist. Kennst ihr das?

Der Brückentag hat sich gelohnt.

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