Zum Inhalt springen

Das Ding mit dem Geld

Ich geb’s zu, als wir uns entschieden ein Kind zu bekommen, haben wir uns nicht hingesetzt und alles haarklein durchgesprochen und genau geplant. Wenn ich gewisse Themen ansprach, die mir als wichtig erschienen, dann gab mir Mr. M. aber durchaus das Gefühl, dass wir hier derselben Meinung seien.

Ich habe auch in meinem eigenen Kopf nicht alles detailliert durchdacht und vorausgeplant. Wie auch? Die meisten Dinge hat man doch sowieso nicht in der Hand.

Eines der größten Themen, die Kinderkrippe, ist zum Beispiel ein reines Glücksspiel. Würde man davon seinen Kinderwunsch abhängig machen, könnte man das Thema sofort wieder streichen. Ersatzlos. Hier in München – und natürlich nicht nur hier- ist eine Kinderkrippe wie ein Sechser im Lotto. Ich übertreibe nicht. Die Lage ist verzweifelt und aussichtslos.

Wir haben auch nicht vorher geplant wie wir das mit der Arbeit genau machen wollen, wenn das Kind da ist. Allerdings dachte ich, in meiner verqueren Logik, dass dieses Thema zu fast 100% davon abhängig sein wird ob ich einen Krippenplatz bekomme. Ob ich einen Krippenplatz bekomme, ist wiederrum aber nicht vorhersehbar. Egal was man da plant.

Ist das verständlich? Gibt das nur in meinem Kopf Sinn?

Vor der Geburt hatte ich die Vorstellung weiterzuarbeiten. Einfach weitermachen von zu Hause. Zeitunglesen, Anbieten, Recherchieren könne ich ja auch von Zuhause.

Wie auch immer. Ich tat was ich tun konnte. Ich meldete mich ganz regulär, kurz nach der Befruchtung, für alle Krippen in meiner Umgebung an. Eine private Krippe in der Stadt war vollkommen utopisch. Die Rechnung geht nicht auf. Für die Kosten einer privaten Krippe geht einer komplett arbeiten. Bevor ich Vollzeit arbeite, um meine Kind in die Krippe zu geben kümmere ich mich aber wirklich lieber selbst um mein Baby!

Des Weiteren ist Standard, dass eine Kinderkrippe ein Kind „erst“ ab 6 Monate aufnimmt. Also, das habe nicht ich mir so ausgedacht, das ist so. Überwiegend.

Plus, wir können uns selbstverständlich keine Nanny leisten oder sonst jemanden, der sich um ein Neugeborenes kümmert.

Außerdem hat Mr. M. ja hoffentlich auch schon bemerkt, dass die Mauer nicht mehr steht und die DDR, Geschichte ist. Es ist hier nicht der Standard, dass Frau direkt nach der Geburt ihr Baby in die Krippe trägt und zur Arbeit geht. Dieses System ist tot (und ich möchte auch gar nicht davon anfangen, wie ich dieses Vorgehen bewerte).

Somit wäre also etabliert, dass man sich mindesten 6 Monate um sein Kind selbst kümmern muss. Lassen wir mal so unwichtige Themen wie Stillen, Frühgeburt und was halt sonst so für ein Quatsch anfällt, außen vor.

Gehen wir also mal davon aus, dass Mr. M. diese Gegebenheiten klar waren und ich betone auch: Was ich beschreibe begann unmittelbar nach der Geburt. Also vor Ablauf einer imaginären 6-monatigen Frist, in der ich mein Kind endlich hätte abgeben können, um zu arbeiten. Jedes Argument welches irgendwie damit beginnt, ich hätte ja arbeiten können, wenn ich gewollt hätte, entkräftet sich damit selbst.

Was passierte also? Mr. M. gab mir keinen Cent, wenn ich nicht ganz explizit danach fragte! Der Mann ließ mich permanent nach Geld fragen, wie ein kleines Kind. Ich spreche hier von Geld um Lebensmittel und Babysachen zu kaufen, falls das nicht klar war.

Ich bin eine erwachsene Frau, die es ihr gesamtes Berufsleben als Selbständige geschafft hat ihr Geld zu verdienen. Ich habe ein kleines Büro aufgebaut, welches auch ihm Arbeit gab. Mein Büro ernährte auch ihn und er lässt mich wie ein Arschloch nach Geld fragen während ich zu Hause unser gemeinsames Kind aufziehe!

Vielleicht kann man sich vorstellen, dass ich nicht zweimal bettle! Als deutlich wurde, dass Mr. M. offensichtlich plante mich weiterhin wie ein Schulkind nach Geld fragen zu lassen, hörte ich einfach auf damit. Ich wartete bis der Kühlschrank leer war und er fragte warum da nix drin sei. Natürlich war Essen nicht das Einzige was man braucht mit einem Neugeborenen.

Mr. M. war sich nicht zu blöd mir 50€ zu geben – die ich für Windeln und andere Drogeriesachen brauchte- und mir später zu sagen: „Ich habe dir doch erst 50€gegeben, wo sind die denn hin?“

„Entschuldige Papa, ich hab das Geld für Süßigkeiten ausgegeben.“

Wir hatten ein gemeinsames Konto, das wir für die Miete und die Fixkosten benutzen. Als wir beide Geld verdienten überwiesen wir jeweils die Hälfte auf dieses Konto. Ich schlug mehrmals vor, er solle bitte Geld auf das Konto legen und dann könne ich damit einkaufen gehen, ohne dauernd zu betteln.  Er sagte zwar „Ja“ aber es ist nie etwas passiert.  Ich hörte auf zu fragen und wartete einfach bis er merkte, dass nix mehr da war.

Vom ersten Tag an lebte ich mit eine andauernden, unausgesprochenen Schwingung von: „Du gibst MEIN Geld aus.“ „Muss ich dir schon wieder Geld geben?“ „Was machst du mit MEINEM Geld.

Es war beschämend und beleidigend.

Er selbst wird sich brüten, dass wir ja Samstag meistens gemeinsam den Einkauf machten, als Zwuckel dann etwas älter war und quasi damit ja die Woche abgegolten hätte sein müssen.

 

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.