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Das Essen/Temperatur Paradoxon

Letztens fiel mir diese Unterhaltung wieder ein und ehrlich gesagt, ich kann gar nicht fassen, dass ich diese Gespräch wirklich hatte. Und ich hatte dieses Gespräch!

Man muss diese Unterhaltung in dem Zusammenhang sehen, dass ja gerade Mr. M. mit Leidenschaft Süßigkeiten kaufte, „Kinderlebensmittel“ als Non plus Ultra der Ernährung sah und meine Einkäufe im Bioladen als höchst fragwürdig empfand. Sein Kind mit Eis, Pizza und regelmäßigen Mc Donald’s Besuchen zu erfreuen, ist sein größtes Hobby. Schon damals und auch heute noch fällt Mausi im Zusammenhang mit Mr. M. als ersten Fernsehen ein und dann Eiscreme und Pommes.  Er versorgte sie ja auch, wenn es sein musste heimlich und hinter meinem Rücken, (dachte er) mit Süßigkeiten.

Zudem muss man wissen, dass die Kleine nicht ansatzweise im Verdacht steht zu viel zu wiegen oder irgendwie zu dick zu sein. Sie ist ein vollkommen normales kleines Mädchen. Sie ist keins dieser Kinder, das nur aus spindeldürren Beinchen und Ärmchen besteht. Kein Giraffenkind und keine Elfe. Sie ist einfach normal.

Für mich ist es dennoch selbstverständlich darauf zu achten was sie isst, und was drin ist im Essen – bitte wiedersprecht mir gerne jederzeit.

Eines Nachmittags mussten wir mit Zwuckel in Krankenhaus. Sie hatte sich verletzt und natürlich war Wochenende. Der Arzt zog sie aus und machte irgendeinen Witz über ihr rundes Bäuchlein. Einfach irgendwas um sie abzulenken. Mehr nicht. Der Mann wollte uns keinesfalls in irgendeiner Art mitteilen, dass das Kind zu dick sei.

Wie ich von der Hebamme lernte, nehmen europäische Kinder immer zuerst am Bauch zu, bevor sie wachsen und dann, wenn es nach oben geht, dann ist der wieder weg. Mag sein, dass sie da eben auch gerade ein rundes Bäuchlein hatte. Wurscht. Egal. Alles tutti.

Wir fuhren also wieder heim und da sagte Mr. M. allen erstes zu mir. Ich zitiere: „Mir ist aufgefallen, dass die Kleine einen Bauch hat. Vielleicht sollten wir Abends nicht mehr warm Essen!

 

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Ich musste diese Information erst mal verarbeiten.

 

Mr. M. ließ in einem späteren Gespräch das Argument, dass die Temperatur des Essen doch keine Rolle spiele, sondern die Art der Nahrung und das es wahrscheinlich viel mehr helfen würde, endlich mit dem Süßkram aufzuhören, nicht so recht gelten. Dies schien ihm wohl keine adäquate Lösung. Er sprach wirklich weiter von seiner „warmes Essen“ Theorie und ignorierte vollkommen das „reduziere den Zucker“ Argument. Entschuldigt bitte aber das ist bis heute eine der bescheuertsten Dinge, die ich je gehört habe.

Wollt ihr raten, was er ihr zu Essen gibt, jetzt wo er mit ihr alleine ist?

Irgendwelche Sachen mit „das war ja so nicht gemeint“ könnt ihr in der Pfeife rauchen. Es gibt hier nur eine Antwort: Es kommt darauf an was man isst und nicht welche Temperatur das hat. Mr. M. war nicht in der Lage diese Tatsache einzugestehen. Er gestand auch das mit dem Junkfood nicht ein. Er redete einfach weiter von warmem Essen.

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