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Der letzte Tropfen…

Es zeigt sich ja nun schon seit einigen Jahren, dass sich auch bei mir vieles körperlich äußert. Wir alle können wohl nur ein gewisses Maß an Druck und Stress aushalten. Über die letzten Jahre kam vieles Zusammen: HWS und LWS Blockaden wechseln sich ab, Kopfschmerzen und Migräne, zwischendrin mal etwas Tinnitus und nicht zuletzt mein Darm. Reizdarm und immer wieder Entzündungen. Alles Probleme, denen man auch ein große psychische Komponente heute nicht mehr abspricht. In den letzten vier Jahren ging es los mit sporadischen Darmentzündungen, nach dem Umzug hatte ich in kürzester Zeit drei Schübe.

Diesmal allerdings landete ich im Krankenhaus. Die letzten Schmerzen waren gerade erst abgeklungen, da wurde es so schlimm, dass ich spät Abends noch ins Krankenhaus fuhr.

Wenn der Druck am Ende plötzlich doch von allen Seiten kommt, wenn sich quasi der Kreis um dich schließt und endlich alles problematisch wird, dann wird es irgendwann unwiderruflich einfach zu viel. Das ist ein Teufelskreis.

Während ich diesmal mit meiner Darmentzündung im Krankenhaus lag war meine Tochter Gott sei Dank gerade zufällig bei Mr. M. und er brachte sie am Montag in die Schule. Mr. M zählte mir dann am Montagabend fleißig auf welche Jobs er den Rest der Woche hat und dass er nicht sicher ist, ob er die Kleine überhaupt einen Tag nehmen kann. Ich kam gaber ja rechtzeitig wieder aus der Klinik um die Kleine Abends aus dem Hort zu holen. Na, Gott sei Dank!

Es ist also dass -leider sehr übliche- Bild eines Erzeugers, der vollkommen ungestört seinem Beruf nachgeht, während ich unter der Last des Alltags und der Termine des Kindes langsam krank werde.

Über Kurz oder Lang werde ich wohl um eine Darm OP nicht herum kommen. Wenn die nächsten Schübe ähnlich schlimm ausfallen, dann kann ich es nicht länger vor mir her schieben.

Es gibt natürlich Stimmen, die immer wieder sagen, man müsse doch jetzt mal den Vater in die Pflicht nehmen und der könne doch auch mal und der müsse doch auch mal.

Ich habe darauf auch keine Antwort mehr. Ich denke dann immer an all die vielen Frauen da draußen, die ich mittlerweile indirekt kenne, denen es genauso geht wie mir und die hier auch nur noch müde Lächeln würden und die sich wahrscheinlich auch immer noch anhören müssen, sie sollen doch mal den Vater in die Pflicht nehmen. Wir sind alles keine Idioten, die es nicht schaffen einen vorhandenen Vater dazu zu bringen, Verantwortung zu übernehmen. Wir haben diese Männer verlassen, weil sie noch nie im Leben ihrer Kinder Verantwortung übernommen haben. Wir sind gegangen, weil diese Männer eben nicht da sind. Was soll ich dazu noch mehr sagen. Immer wieder und immer wieder.

Und wie so viele andere weiß ich, dass eine nötige OP der Super Gau ist, weil nicht klar ist, wer in dieser Zeit das Kind betreut…. Ach ja, der Vater natürlich, der sein ganzes Leben als Vater noch nie Verantwortung übernommen hat.

P.S. Tatsächlich habe ich jetzt im Januar einen Termin für die OP. Mr. M. habe ich Bescheid gegeben und ihn darauf hingewiesen, wenn er keine Zeit hat sich verlässlich eine Woche um sein Kind zu kümmern, dann müsse ich für diese Zeit eine Pflege suchen. Diese Vorschlag fand er dann doch sehr empörend!

 

4 Kommentare

  1. SilkeAusL

    Hallo unbekannterweise,

    Ich lese hier zum allerersten Mal und JA, ich kann es total nachvollziehen. Loperamid ist seit längerem mein bester Freund, der manchmal schon nicht mehr hilft.
    Aber woran merke ich denn, dass es nicht einfach nur wieder das RDS (&Fructosemalabsorption&Stress) ist, sondern eine Entzündung?
    Ich habe 2 Mädels und habe auch Bange vor „was ist, wenn mal gar nix mehr geht?“ . Aber als ich mal spontan ins KH musste, war der Vater mehr oder weniger gezwungen ,beide zu nehmen.
    Wird dann Mr.M. auch sein, ob er will oder nicht!

    LG Silke

    • Lilli Engelmann

      Liebe Silke, danke für deinen Kommentar und fürs Lesen. Ja, es wird sich zeigen was passiert. Als es das letzt Mal hieß die OP wird wohl nicht ewig zu vermeiden sein, erklärte Mr. M., er könne das Kind halt dann nur spontan nehmen. Auf meine Frage, ob ich also dem Ärtzteteam sagen soll, sie müssen die OP ganz spontan halten, je nach Zeit des Mr. M., kam keine verwertbare Antwort. Dir alles Gute, liebe Silke!

  2. LadyNana

    Liebe Lilli
    Wir kennen uns nicht, aber Dein Sorgenblog geht mir echt nahe, War selber von Anfang an alleinerziehend. Mr J. hatte sich gleich nach Übersee verkrümelt.
    Mittlerweile kann ich Dir aus der Oma-Perspektive hoffentlich etwas Mut machen. Erst mal, Vergiss den Mr. M. – die Verhandlungen mit ihm rauben Dir nur noch mehr Kraft. Baue Dir lieber einen Freundinnen-Kreis, in den Du Dich fallen lassen kannst, wenn Dir alles zuviel wird. Suche den Kontakt zu älteren Frauen (Nachbarinnen, etc). Sie sind gelassener und können Dir helfen, den Blick auf einen Ausweg zu richten. Sie haben nämlich in der Regel schon das eine oder andere Problem im Leben lösen müssen ;).
    Vor allem, aber, sei Du und hab keine Angst Dich so zu zeigen, wie Du bist. Auch wenn Dir die Welt da draussen (vor allem die Arbeitswelt), wie ein feindseliges Haifischbecken vorkommt, zwinge Dich nicht eine Maske zu tragen. Früher oder später zerbrichst Du nur daran.
    Sei freundlich zu Dir selber. Tue Dir jeden Tag etwas gutes an. Es muss keine Luxuskreuzfahrt sein. Eine Tasse Deines Lieblingstees tut‘s auch, die Du dann aber ganz in Ruhe geniesst. Es geht darum, dass Du jeden Tag ein paar Minuten Dich selber spürst. Du kannst z.B. versuchen, bevor Du abends ins Koma fällst, eine „Aufmerksamkeitsübung“ zu machen (hilft mir jeweils, wenn ich nicht mehr weiss, wo mir der Kopf steht). Dazu findest Du auf YT viele Anleitungen unter „Bodyscan“, „progressive Musskelentspannung“, oder „Klangmeditation“. Das klingt jetzt nach Eso-Quatsch, hilft aber wirklich (halte selber nicht viel von dem spirituellen Gesäusel).
    Achte auf Dich und lass alles sein, was Deiner Gesundheit schadet. Nur so kannst Du Deiner süssen Kleinen helfen, gross und stark zu werden.
    Ich wünsche Dir eine ruhige, entspannte Nacht und eine Tonne Kraft und Mut.
    Nana

    • Lilli Engelmann

      Liebe Nana,
      das ist sehr lieb von dir. Tatsächlich greife ich für meine Tochter so oft es geht zu tollen YT Traumreisen und Entspannungsübungen für Kinder. Das tut ihr sehr gut und hilft gegen ihre Ängste und dient der Aufmerksamkeit. Du hast aber Recht, ich selbst finde dazu nie die Ruhe. Ich bin mit all den Dingen vertraut aber ich sollte es halt auch mal machen 🙂
      Tatsächlich habe ich einige sehr liebe Freundinnen und ohne meine Familie (also, auf Muttis Seite) hätte ich längst richtig massive Existenzprobleme und das ist mir auch bewußt, dass ich liebe Menschen habe. Falls du mal den Artikel gelesen hast, wo ich wohne, verstehst man auch warum ich leider hier in der Nachbarschaft niemanden habe. Niemanden, wo ich mien Kind hingeben würde. Bzw. es gibt schon eine nette Familie aber die arbeiten selbst beide und haben ein kleines Kind. Die sind auch Oberlippe, Unterkante…wie so viele.
      In der Problemlösung bin ich ziemlich gut, bisher habe ich sie alle irgendwie gelöst auf Kosten der eigenen Reserven natürlich, da hast du Recht.
      Das mit der Achtsamkeit, das muss ich noch üben 🙂

      Danke für deine lieben Worte! Ich bin ganz geflasht und wünsche dir eine schöne Adventszeit! Ich drück dich mal!

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