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Der Nagelneues-Auto-Widerspruch

Vieles mit Mr. M dreht sich ja ums Geld und um sinnlosen Konsum. Den er natürlich nicht als solchen empfand, den er mir aber gerne im Bioladen vorwarf.

Wahrscheinlich ist es ihm gar nicht richtig aufgefallen aber wenn ich etwas Neues hatte, dann musste er losziehen und sich auch etwas kaufen. Sobald ich ein neues IPhone hatte (Vertragsverlängerung) konnte man es ihm förmlichen ansehen, wie es ihn juckte etwas Ähnliches zu kaufen. Ein IPad vielleicht mal eben. Spricht ja nix dagegen, wenn man es sich leisten kann aber bitte nicht vergessen, er hatte einen riesen Haufen Steuer nachzuzahlen (ich sag nur Fahrtenbuch), er hatte Kredite laufen (Kamera, Auto), er beschuldigte mich ihn in seiner Geldnot alleine zu lassen und machte diese Geldnot und mein Versagen in der Krise dafür verantwortlich, dass es ihm so schlecht ging. Er behauptete dauernd er könne nicht schlafen, weil er Existenzangst habe.

Vor diesem Hintergrund betrachtet, würdet ihr dem Mann raten sich ein neues Auto zu kaufen?

Entschuldigt, wenn ich euch mit mehr Einzelheiten langweile aber ich möchte unbedingt das Gesamtbild darstellen, das sich mir hier bot.  Vielleicht sagt mir ja am Ende auch jemand, dass ich hier den Denkfehler habe.

Bis zu dem Tag, von dem ich erzählen möchte hatte Mr. M. im Laufe unsere Beziehung 3 neue Autos. Das Auto mit dem ich ihn kennenlernte wich relativ bald einem SUV (wegen mehr Platz fürs Equipment). Als er dann regelmäßig als Kameramann arbeitete, zahlte er recht bald Lehrgeld und lernte, dass man kein Auto least, wenn man jährlich mehrere Hunderttausend Kilometer runterreißt. Er hätte so viele Kilometer nachzahlen müssen, dass alles zu spät gewesen wäre.

So musste der SUV gehen und ein  noch etwas größeres Auto kam. Diesmal nicht auf Leasing, sondern auf Finanzierung. Selbst wenn ich mich nicht mehr korrekt an die Finanzierungsmethode oder was auch immer erinnern, ich denke mein Punkt ist trotzdem sinnvoll. Sogar wenn ich jetzt gelten lasse, dass es wirklich zwingend notwendig war und unumgänglich nach diesem dritten Auto jetzt wieder ein anderes zu nehmen, selbst dann wäre meine realitätsferne Meinung, sich in finanziell ja anscheinend höchst angespannten Zeiten, ein Auto zu besorgen, dass mich so wenig belastet wie nur irgendwie möglich.

Da wir ja so knapp vor dem Ruin standen, hätte man vielleicht sogar in Erwägung ziehen können, ein gebrauchtes Auto zu nehmen (oder zu finanzieren). Vielleicht 2 Jahre alt oder sogar 4. Natürlich groß genug für die Arbeit und mit allem Schnickschnack – auch gebrauchte Autos haben sowas.

Ich würde versuchen, ein Auto zu finden, das sich bald amortisieren kann und dann auch endlich „Geld verdient“ statt nur zu kosten. Auch, wenn diese gebrauchte Auto nicht mein Traumauto ist. Auch wenn es nicht das Auto ist, das ich grade so gerne haben will. In meinem Kopf wären die Prioritäten ganz klar woanders.

Um es kurz zu machen: Mr. M. ging los und holte sich einen nagelneuen Mercedes V-Klasse. Die monatliche Rate verschlug mir fast den Atem aber ja, er bekam was er wollte.

Der versprochene Urlaub mit seiner Tochter war da nicht mehr wichtig und die nächste existenzielle Geldkrise würde bestimmt kommen.

Wo er mich doch beschuldigte ihm die Steuern zu kosten, die er doch gerne bei einer Scheidung zurückfordern möchte. Irgendwann hat er in einem Streit darüber auch mal zugestimmt, dass es dumm war das Auto zu kaufen aber so wie jedes Zugeständnis das er je machte, war es nicht ehrlich gemeint. Es war nur um mich ruhig zu stellen. Er hatte ja was er wollte, da kann man im Nachhinein schon Mal sagen, dass es doof war. Denn als es darum ging das Auto zu kaufen, da waren alle meine Argumente egal.

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