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Der Staat greift zu

Der erste Monat mit neuer Steuerklasse (II) ist zu Ende und die erste Lohnabrechnung als alleinerziehende Mutter flatterte ins Haus. Es trieb mir die Tränen in die Augen zu sehen, was mir finanziell angetan wurde. Ich war nun alleine mit meinem kleinen Kind, ich finanziere unser Leben als Mutter mit Kind ohne Partner und der Staat greift mir als Konsequenz kräftig in die Tasche.

Als verheiratete Mutter mit einem Zweitverdiener im Haushalt zieht mir das Finanzamt 80€ Lohnsteuer ab.

Jetzt bin ich alleine mit meinem Kind, habe niemanden mehr, der dazu verdient und da hält der deutsche Staat es für eine prima Idee mir 240€ (!!!) Lohnsteuer abzuziehen.

Dieser Betrag macht am Monatsende den Unterschied zwischen einem leeren und einem vollen Kühlschrank.

Ja, mir war natürlich irgendwie am Rande bekannt, dass man schlecht dasteht alleine mit Kind. Ja, ich hatte es auch schon gehört, dass der Staat hier versagt und doch erst jetzt, jetzt wo ich es in der Magengrube fühlen kann verstehe ich wirklich was hier passiert! Der Staat kennt keine „Alleinerziehenden“, der Staat behandelt mich als sei ich Single, es gibt keine Steuerklasse für Menschen wie mich. Menschen die plötzlich alleine sind und ihr Leben neu ordnen müssen mit einem Kind oder 2,3,4 Kindern – wir existieren nicht oder interessieren nicht. Man nimmt uns einfach mehr Geld von unserem Verdienst weg, damit wir unsere Kinder leichter durchbringen können. Egal welches Wenn und Aber, egal was man mir jetzt vorrechnet und dreht und wendet. Ich bin alleine mit meinem Kind und ich habe 240€ weniger als mit Ehemann. Alles andere ist mir gerade egal, vom dagegen argumentieren kann ich uns nix zu essen kaufen. Ich wollte gerne einfach ein bisschen weinen.

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