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Die Drohung

Vor Weihnachten fiel also die Entscheidung, dass wir uns endgültig trennen. Das bedeutete zum Einen er hatte genug Zeit, um sich eine neue Bleibe zu suchen und zum Zweiten war es Zeit darüber zu sprechen, wie wir das nun händeln wollte.

Ich hatte ganz ehrlich und aufrichtig vor, dass ganze zivilisiert zu regeln und auf die günstigste Art, die es gibt aber ich wollte am Ende etwas Schriftliches und etwas Verbindliches. Ich wusste, ich brauchte etwas, das Gewicht hat, so gut kannte ich Mr. M. nun doch.

Ich wollte es Schwarz auf Weiß, wie der Umgang geregelt sein würde und wieviel Geld wir bekommen würden während der Trennung.

Zum Zeitpunkt der Trennung hatte ich bereits 2 Jobs aber ich musste einfach wissen, mit wieviel Geld ich in Zukunft für uns beide würde sorgen können. Ich musste in aller erster Linie irgendwie sicherstellen, dass ich unsere Wohnung würde halten können, bis ich etwas anderes gefunden hatte.

Der billigste Weg für eine Trennung ist ein gemeinsamer Anwalt bzw. heißt das ja dann Mediation. Mediation soll ja so aussehen, dass man sich hinsetzt und alles durchspricht und durchkaut und dann am Ende zu einer Lösung oder einem Kompromiss kommt, mit dem beide Leben können und dann das Ganze auch schriftlich festhält. Eigentlich ganz einleuchtend…dachte ich.

Selbstverständlich suchte ich einen raus und machte einen Termin und sorgte dafür, dass es schnell ging. Nach dem zweiten Termin meinte Mr. M. dann plötzlich, er brauche keine Mediation. Ich möchte Mr. M. nicht zitieren, weil ich es nicht mehr ganz genau weiß aber was er da von sich gab vermittelte mir den Eindruck, dass er einfach das Wort „Mediation“ nicht verstand oder sich beim Wortklang einbildete, dass er hier in einer Art Therapie war oder die Mediatorin versuchte uns wieder zusammenzubringen. Er kam wohl mit dem versöhnlich klingenden Namen nicht klar.

Wie auch immer, ich erklärte ihm, dass ich es brauchte und dass ich am Ende des Tages etwas Schriftliches haben wollte, weil das alles festgelegt werden sollte.

Die Frau gab jedem einen Zettel für die Einnahmen und Ausgaben mit. Mr. M. kam natürlich zu dem Ergebnis, dass er keinen Cent übrig hatte. Er verdeutlichte, dass er leider gar nix aber auch gar nix zahlen könne. Die Mediatorin ging da erstmal gar nicht groß drauf ein und sagte er solle halt dann mehr arbeiten oder weniger ausgeben oder so. Was die gesetzliche Regelung sei erkläre sie dann später. Mr. M. hatte wohl die Vorstellung, die Mediatorin würde ihn mitleidig ansehen und dann verkünden: „Ach sie Armer! Ja dann gehen wir jetzt alle heim und Sie müssen natürlich gar nix zahlen, bei ihrer Notlage!“

Er ging ein drittes Mal mit und saß da auf dem Stuhl, wie ein 5-Jähriger, dem man den Fernseher ausgemacht hatte.  Kein Wort geredet, Arme verschränkt, Flappe gezogen und mit großer Aura der Unwilligkeit.

Es kam also zu gar nix. Die Frau kam nicht mal dazu einen Vorschlag zu machen oder zu versuchen irgendwas konkret zu besprechen.

Ein paar Tage später platze dann endlich die Bombe. Als erstes teilte er mir so ganz nebenbei, locker und lässig mit, dass er an Ostern dann aber mit unserer Tochter zu seinen Eltern fahren wolle. Klar, doch. Gute Reise und viel Spaß, war meine Reaktion. Gleich danach verkündete er dann, er wird sie auch Weihnachten mitnehmen. Ahhhhhh… ja….Nein wirst du nicht. Was ich sagte, war, dass ich damit nicht einverstanden sein und dass ich mir das nicht mal eben so, im Vorbeigehen von ihm sagen lasse, das muss ich schon mal drüber reden.

Dann, genau da, kam dann endlich das wahre Gesicht zum Vorschein! Jetzt spuckte er es aus und machte einen auf ganz dicke Hose mit einem scheiß überheblichen Grinsen sagte er: „Oh, ich werde dir noch vielmehr Dinge sagen!“

Alles klar, ich lasse mir niemals und unter keinen Umständen von einem Typen drohen. So nicht. Meine Antwort darauf war: Wenn das dein Plan ist, dann habe ich morgen eben einen Anwalt und dann kann er das regeln.“

Dann kam so richtig raus, worum es hier eigentlich ging und was bei der ganzen Geschichte das wirklich wichtige in seinem Kopf war: „Wenn du das machst, dann fordere ich die letzten zehn Jahre die Steuern zurück, die ich bezahlt habe!“ Muahahahahah! Das war also sein eigentliches Problem. Natürlich ist die Drohung gequirlte Kacke, da lacht ja jeder Richter aber, dass war also sein Kernproblem. „Wenn ich hier ausgezogen bin, dann zahle ich keinen Cent mehr.“ Fiel ihm dann noch ein. Am nächsten Tag hatte ich eine Anwältin.

Heute weiß ich, dass Mr. M. verbreitet, ich habe mir eine Anwältin gesucht, weil sich ja bei der Mediatorin gezeigt habe, dass bei ihm nix zu holen sei. Ja, genau so war das. Völlig klar.

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