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Das Karotten-Prinzip

Hätte Mr. M. es direkt ausgesprochen, hätte vielleicht sogar eine 5-Jährige verstanden, dass ihr Vater eigentlich nicht nettes zu ihr sagt. Der Klartext wäre gewesen: Sollte der 1 zu 140 000 000 unwahrscheinliche Zufall eintreffen und ich sehr,sehr reich werden, dann kann ich mich um dich kümmern.

So hat er seiner 5 Jahre alten Tochter erklärt, dass der Papa Lotto spielt und wenn er gewinnt, dann muss er nie mehr arbeiten und sie darf bei ihm einziehen.
Nun hofft das kleine Herz jeden Tag auf den Lottogewinn. Der in ihrer Welt natürlich nur noch ein paar Tage entfernt ist.

Jetzt höre ich jeden Tag Sätze wie:

„Ich will Fernsehen!“
„Nein, jetzt nicht.“
„Wenn mein Papi im Lotto gewonnnen hat, dann geh ich zu ihm! Da darf ich immer alles! Ich geh dann nie wieder zu dir!“

„Du behandelst mich schlecht weil du mich zwingst die Matschhose anzuziehen. Wenn Papa im Lotto gewonnen hat will ich nur noch zu ihm.“

„Papa hast du schon im Lotto gewonnen?“

„Wenn Papa nie mehr arbeiten muss, dann kauft er eine Wohnung und ich darf bei ihm wohnen.“

Es tut nicht nur weh das zu hören, mir tut mein Kind auch so leid. Er gängelt sie damit. Er wirft ihr einen Knochen hin, der für sie ganz nahe zu sein scheint und doch nie erreichbar ist. Er findet es lustig, wenn sie ihn fragt ob er schon gewonnen habe und sagt: „Wir schauen Samstag nach.“ Ihm ist gar nicht klar, was er ihr da antut.

Zu gerne würde ich antworten: Ich kümmere mich seit deiner Geburt um dich. Jeden Tag. Ich arbeite und tue alles was wir brauchen und was nötig ist und bin für dich da. Ich lasse alles stehen und liegen wenn du mich brauchst. Immer. Ganz ohne einen Lottogewinn. Natürlich sage ich nichts. Ich wünsche nur immer wieder den Tag herbei an dem sie selbst erkennt was gespielt wird. An dem endlich eine Portion Realität in die Heldensuppe gemischt wird. Der Maulheld, der noch nicht einen einzigen wichtigen Termin im Leben seiner Tochter wahrgenommen hat will erst Millionär werden und dann sein Kind nehmen.

Da mag nun manch einer sagen, dass hat der doch sicher nicht so gemeint. Das war doch keine Absicht, nur so dahin gesagt! Sorry, aber da verlange ich nun doch von einem erwachsenen Mann, dass er das Hirn einschaltet, bevor er mit seinem Kind spricht und solche Sachen absondert! Zumal,er ja von sich behauptet er kenne seine Tochter.

Es wäre ja lustig, wenn es nicht so traurig wäre.

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