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Glaubhafte Abstreitbarkeit

Es kommt immer wieder vor, dass meine Tochter etwas von sich gibt, das unzweifelhaft Mr. M. zuzuordnen ist.

Seine Strategie ist, wie immer schon: Alles leugnen.

Natürlich weiß er, dass sie zu klein ist um verlässlich zu erzählen. Somit kann er immer sagen, er weiß gar nicht worum es geht. Darum kann man ihn ja auch nie mit etwas konfrontieren, was unter seiner Aufsicht passiert. Die Jesus Geschichte z.B.

Es ist so erschütternd, dass er einfach nicht begreift was er anrichtet mit seinem dummen Gerede.

Es passieren Dinge, die mir im Herzen wehtun für meine kleine Tochter: Vor ein paar Monaten schon ging es los, dass Zwuckel (und andere Kinder) das Thema Tot entdeckten.

Sie sprach übers Sterben. Darüber, dass alte Menschen sterben und dass ihr Urgroßeltern bald sterben würden etc. Was tut man also? Man spricht darüber und man erzählt einer 4-Jährigen, dass, wenn ihr Uroma stirbt, sie in den Himmel kommt und dann bei Gott ist und was weiß ich nicht alles.

Man erzählt das einem kleinen Kind, weil es sie beruhigt und ihnen ein besseres Gefühl gibt, nicht weil man fanatischer Christ ist. Bitte einmal nicken, wenn ihr das auch so seht.

Selbstverständlich kann man sich als Erwachsener auch dafür entschieden das Kind gleich mal mit der Realität zu konfrontieren, dass man in der Erde verrottet und dass der Tod dass Ende deiner Existenz ist und was man da noch so darüber klarstellen kann.

Natürlich sprach sie auch bei Mr. M. über den Tod. Mr. M. wollte gerne mal den besorgten Vater geben und sagte gleich zu mir, dass mache ihm ja jetzt schon Sorgen, dass sein Kind dauernd über den Tod spricht. (Seht ihr mein Augenrollen, es tut schon weh am Augenmuskel??) Ja genau, Papa, alles klar!

Ich erklärte dem höchst alarmierten Vater, dass es normal sein, dass Kinder irgendwann entdecken, dass Lebewesen sterben und sich darüber Gedanken zu machen. Aha. Ratet mal, was mein Kind zu erzählen hatte als es von Mr. M. nach Hause kam? Sie klärte mich auf, dass man dann in unter die Erde kommt und das das mit Jesus und Gott ja nur ein Märchen sei. Schön, gell. Zwuckel fand diese Bild in ihrem Kopf auch ganz wunderbar, davon könnt ihr ausgehen.

Wisst ihr warum er das macht? Aus demselben Grund warum er immer gerne betonte: „Das ist keine ECHTE Milch“. Einfach um seinen Standpunkt durchzudrücken und weil er glaubt, er könne mich damit ärgern. Um mich zu ärgern beharrt er bei jeder Gelegenheit darauf, seiner Tochter zu erklären, dass Gott und Jesus nur ein Märchen sind. Weil er aus irgendeiner fixen Idee heraus denkt, dass er mich damit trifft, weil ich katholisch bin und rudimentäre Feste feiere.

Leider ist das einzige, was er damit beweist, dass er keinen Funken Empathie besitzt für ein 4 Jahre altes Kind. Seine Tochter geht übrigens in einen evangelischen Kindergarten, er wird diesem Thema also nicht entkommen. Er kämpft angestrengt dagegen an und macht damit seinem kleinen Kind Angst.

Natürlich hat er nie was gesagt und weiß nicht was ich von ihm will. Hat sie sicher im Kindergarten gelernt. Im Evangelischen.

In dieser Phase hielt ich auch mal das Telefon, während er mit seiner Tochter facetimte und wieder erzählte sie was vom Sterben. Er würgte sie sofort ab mit den Worten: „Ich habe dir doch gesagt ich will über dieses Thema nicht mehr reden.“ Sehr hilfreich für das Kind, wirklich sehr hilfreich.

Die erzählt mir auch, dass sie bei Mr. M. permanent fernsehen darf. Sie muss es aber gar nicht erzählen, denn sie beweist es mir, da sie jede Sendung auf sämtlichen Kindersender mit Namen kennt und bei mir darf sie nichts davon sehen.

1+1 ist auch hier gleich 2.

Seit er mit ihr alleine ist hat meine Tochter auch einen Pawlow’scher Reflex auf das Mc Donald‘s Zeichen.

Wenn sie wieder bei mir ist und ich putze ihr die Zähne, sagt sie die ersten zwei Tage nach 20 Sekunden, sie sei fertig. Klar, dass ich sage, das war zu kurz. Darauf kommt dann ihr Vorschlag „Wir können eine Ausnahme machen.“ Das habe ich noch nie gesagt in diesem Zusammenhang und kein vernünftiger Erwachsener würde ihr das sagen. Außerdem weiß ich ja, dass er selber auch nicht regelmäßig abends Zähne putzt, also was will er noch leugnen?

Eine andere schöne Frage war: „Essen wir bitte auch vor dem Fernseher?“ Aber, das hat sie sicher im Kindergarten gelernt. Da essen die immer wenn der Beamer läuft.

Der beste Spruch, der ja selbsterklärend aus dem Munde einer 4-Jährigen kommt war: „Meine Mama kann mit Kindern nicht umgehen!“ Aber mir ist schon klar, dass auch dies sicher eine Unterhaltung aus dem Kindegarten war. Sowas besprechen die Kindergartenkinder immer bei ihrem wöchentlichen Treffen für die anonymen Opfer von Erziehungsfehlern.

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