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Hölle am Morgen

Fast jeder Morgen ist zurzeit schrecklich. Mal mehr, Mal weniger. Besonders schlimm sind die Tage, nachdem sie wieder bei mir zu Hause ist. Gestern stand ich – wieder mal- kurz vor einer monumentalen Explosion! Um 8.00 Uhr morgens, nach bereits mehreren Krisen, fühle ich mich als sei der halbe Tag schon verstrichen.

Ich wundere mich täglich warum mein Kind nur so unendlich viele Dinge hat, die ihm nicht passen: Falsches Frühstück, die falsche Hose, die falsche Jacke. Die Schuhe sind zu weit, die Hose macht zu viele Falten, der Schal darf erst nach der Jacke angezogen werden. Die Kapuze stört und die Mütze ist zu heiß. Der Dalai Lama höchstpersönlich würde hier zum Berserker werden!

Immer wieder steigt mein Agressionspegel an und ich bin wieder einmal kurz davor auszuflippen. Ich möchte nicht jeden Morgen streiten und diskutieren und schreien.

Die Zeit ist nicht unendlich und ich habe keinen Nerv um über die passenden Socken zu diskutieren. Ich möchte auch nicht über Unterhosen diskutieren und darüber streiten ob die Hose zu viele Falten hat. Ja sicher, ich weiß, es geht hintergründig um was anderes und immer wenn sie nach Hause kommt ist es schlimmer aber ich MUSS irgendwann aus dem Haus!

Zwischendrin frage ich mich ernsthaft, ob mein Kind schon erste Anzeichen einer Zwangserkrankung hat.

Ich frage mich auch, warum es jeden Morgen die gleiche Szene ist. Es kann doch auch dem Kind nicht gefallen immer nur Ärger zu bekommen für immer das gleiche Problem. Jeden Tag auf’s neue kauen wir es durch und besprechen, dass es morgen besser läuft und wie es morgen besser läuft. Ohne Erfolg.

Vor einigen Wochen habe ich mal mitbekommen, dass meine Kleine erzählt, Papa gibt mir Geld, wenn ich mich schnell anziehen! Hö? Ich glaube meine Ohren bluten!

Wieder so ein Morgen und heute habe ich leider die Geduld verloren. Ich bin laut geworden und habe mein Kind dann in die Klamotten befördert. Es war bereits viel zu spät und sie saß immer noch nackt in ihrem Zimmer. 10 Mal war ich bei ihr, habe alles versucht, habe gesagt sie muss sich anziehen, wir müssen los, ich stand schon in meiner Jacke da. Immer wieder sagt sie: „Ja, ich bin dabei, geh raus, ich will mich alleine anziehen.“ Als ich dann schon in Jacke und Schuhen in ihre Zimmer kam schrie sie immer noch ich soll rausgehen sie wolle sich anziehen. Aber sie zog sich ja nicht an und die Zeit für „geh raus“ war längst verstrichen, doch sie steigerte sich rein „Geh raus, geh raus, ich zieh mich an.“ Da riss mir der Geduldsfaden und ich haute auf den Tisch (na ja, das Regal) schleuderte ihre Jacke auf den Boden und habe sie dann angezogen und raus aus der Wohnung. Es war zum kotzen. Die Fahrt zum Kiga was beschissen und ich fühlte mich kacke. Natürlich war am Ende alles gut und wir haben uns wieder gedrückt und uns zum hundertsten Mal geschworen, morgen wird es anders. Ich fühle mich schlecht.

 

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