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Ich will auf den Arm

Bisher lief die Zeit Zuhause mit meiner Tochter eigentlich ganz gut. Einige Aufs und Abs natürlich, einige Auseinandersetzungen.

Allerdings ist fast jede Auseinandersetzung darauf begründet, dass meine Tochter permanent und ohne Pause nach Medien verlangt.

Das Thema Dauerberieselung und Mr. M. ist ja ein Dauerbrenner. Ich habe mit Töchterchen aufgeschrieben wann und wie oft sie spielen darf, weil ich es nicht ertrage, dass sie täglich 300 Mal nach irgendwelcher Elektronik fragt.

Ich habe also eine klare Regel aufgestellt, für einige Tage klappte das auch prima. Bis sie wieder bei Mr. M. war. Ich selber habe sie hingebracht und beobachtet, dass Töchterchen dort in die Wohnung geht, sofort das IPad nimmt – niemanden fragt -und sich hinsetzt. Mr. M. sagt dazu nichts, das Kind spielt unbehelligt und während der gesamten Zeit läuft der TV. Zusätzlich liegt der Kinderlaptop und der V-Tech Computer zur freien Verfügung herum und immer läuft der TV. Auch beim Frühstück (ja, ich bin Zeuge) und beim Abendessen. Töchterchen fordert auch bei mir dauernd vor dem TV essen zu wollen.

Bei mir Zuhause wird vom morgens bis abends nach Spielen gefragt. Sobald eine Lücke entsteht verlangt sie Elektronik. Sie lügt sogar, nur um ein Spiel in die Hand zu bekommen.

Bei mir gab es noch nie im Leben mehrmals am Tag für mehrere Stunden irgendeine Berieselung und schon gar nicht ohne zu fragen.

Gestern eskalierte das Ganze in einem Ausmaß, wie ich es noch nie erlebte. Töchterchen hatte ihre verabredete Zeit am Ipad bereits absolviert, wir hatten gespielt und waren im Freien alles tutti. Am späten Nachmittag ging es wieder los: Sie will spielen.

Als ich das verneinte rastete sie vollkommen aus. Sie ging auf mich los, schlug und trat mich und schrie so laut, bis ihr die Kotze hoch kam. Sie schrie und schrie und selbst als ich kurz dazwischen kam und dacht, jetzt könne ich irgendwie einwirken kam erneut nur der Satz: „Ich will spielen.“

Es war ein stundenlanges Desaster. Am Ende dieser Höllenfahrt war für mich klar: Bei mir ist jetzt für eine lange Zeit absolut Ende mit jeder Art von Medien.

Leider geht diese Rechnung nicht auf mit Mr. M.

Wir wissen ja inzwischen, dass er beim Thema TV einfach lügt. Seit langer Zeit predigen ihm viele Menschen, er solle damit aufhören. Mit dem Ergebnis, dass er einfach behauptet, er habe kaum den TV an. Leider ist die Lüge so schlecht wie offensichtlich. Selbst die Lehrerinnen in der Schule wissen es – ohne je von mir etwas gehört zu haben. Denn Töchterchen erzählt von nichts anderem als von TV und Kino, wenn sie beim Vater war. Es ist offensichtlich, sogar für Fremde.

Keine Medien hat er strikt abgelehnt. Er behauptet jetzt aber, dass Töchterchen auch bei ihm dann eben nur noch dieselben Zeiten bekommt wie bei mir. Wenn ich mal in die Vergangenheit blicke und seine Kooperation betrachte glaube ich kein Wort.

Nach dem riesen Ausraster am Tag zuvor ging es allen Ernstes bereits heute Vormittag weiter. Wieder begann sie mich anzuschreien „Gib mir das IPad“, „Gib mir sofort das IPad“ und wieder wollte sie auf mich losgehen.

Heute Nachmittag hat Mr. M. sie abgeholt und ich weiß genau, dass sie wieder da sitzt und spielt. Nach dieser extremen Eskalation werde ich aber trotzdem bei mir erst mal alles streichen. Ich kann das so nicht leben und ich kann das nicht durchgehen lassen. Sicher wird es auch morgen wieder Streit geben deswegen.

Es war bei Weitem nicht der erste Ausraster aber mit Abstand er extremste.

Nebenbei rief mich auch die Lehrerin an und wir unterhielten uns darüber wie es so läuft. Dabei kamen wir auch auf die Probleme zu sprechen, die es oft gibt, wenn Töchterchen von Mr. M. kommt. Auch in der Schule merken sie das deutlich. Nicht nur an ihrem Verhalten und an ihren endlosen TV Geschichten, sondern auch daran, wie die Kleine aussieht. Immer wenn sie bei ihrem Vater war hat sie ungepflegte Haare, die ihr ins Gesicht hängen, weil Mr. M. strikt verweigert  seiner Tochter einen Haargummi in die Haare zu machen. Anscheinend ist ein 48- jähriger Mann intellektuell überfordert einen Pferdeschwanz zu machen und findet sich auch noch im Recht dabei. Die Lehrerinnen machen meinem Kind jetzt an solchen Tagen selbst die Haare und sagen nur noch: „Aha, sie kommt vom Vater.“

Was für ein Armutszeugnis, für diesen, doch so selbstherrlichen Typen.

Zusätzlich heute noch ein vielsagendes Erlebnis mit Mr. M.

Er fragte mich, welche Größe Töchterchen jetzt habe und er würde dann jetzt alles ausmisten und wegwerfen. Darauf schlug ich vor, er könne mir alles geben, ich könne es vielleicht noch verkaufen.

Dann heute die Ansage: Er bringe mir jetzt die Sachen, die ich ja „unbedingt“ wollte und er möchte also dann schon, dass die Hälfte des verdienten Geldes in Töchterchens Sparkasse lande.

Erstens: Was glaubst du denn wieviel Geld ich jetzt mit den alten Klamotten von dir verdiene? Zweitens: Hast du Angst ich mache 8 €uro damit, von denen du nix hast?

Die Höhe war dann: In der Tasche war noch nicht mal alles von „Ihm“. Da war viel drin, das ich gekauft habe. Ich wäre im Traum nicht auf die Idee gekommen da überhaupt drüber nachzudenken.

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