Zum Inhalt springen

Karma baby, Karma

Mr. M. hat ja jetzt eine Next. Ich kenne die Frau nicht aber ich sehe, dass sie in allen ihren Social Media Profilen zwei Sachen stehen hat. Sie scheint sich wahnsinnig darüber zu freuen, dass sie endlich eine Beziehung hat, denn es steht überall #InARelationship und da tut sie mir jetzt fast bißl leid, dass sie Mr. M. erwischt hat.

Gleich danach steht überall ganz groß #Katzenmama und #Catlover. Zwei riesen Langhaar-Katzen.

Oh, da musste ich sehr lachen. Mr. M. hasste unsere Katze. Wir holten sie aus dem Tierheim aber Mr. M. trat ihn immer weg, schob ihn zur Seite, machte immer alle Türen zu, damit die Katze nicht rein kam etc. Es ging so weit, bis ich die Katze wegbrachte, weil es nicht zu ertragen war.

Jaaaaaaa – ich weiß!!! Red flags! Red flags! Ich war dumm und verschloss die Augen.

Aber jetzt hat er ja eine große Katzenmama als neue Freundin und was passiert da?

Er verkündete ganz groß, er fahre mit der Next und deren Tochter und natürlich unserer Tochter in ein Kinder Wellness Hotel nach Österreich.

Das Wellneswochende kam und ging und am Montag erfuhr ich: Sie sind gar nicht gefahren, weil die Katze krank war!

Ohhhhhhhhhh……Karma!!! Karma is a bitch!

Zusätzlich hat er sicher sein Geld nicht zurückbekommen. Ihr wisst ja vielleicht noch, wie wichtig immer SEIN Geld war als ich gerade keines verdienen konnte, weil ich zufällig ein Baby geboren hatte.

Schön war die Formulierung in der Nachricht: „So ist das halt, wenn man Tieren hat.“

Lol! Was er nicht sagt!

Das Katzenthema verfolgt mich aber leider noch ganz anders. Ich hatte eigentlich immer Katzen im Haus. Meine Oma hatte Katzen, ich hatte als Kind eine Katze und ja mit Mr. M. hatte ich dann keine mehr, wie oben erwähnt. Als aber die Trennung kam da kaufte ich Töchterchen und mir wieder eine Katze. Ich dachte zum einen natürlich, ein Tier wäre gut für sie und auch ich wollte gerne wieder eine Katze.

Der Kater kam, da war die Kleine etwa 3. Es war natürlich die große Liebe, das Tier wurde bespielt und getragen und geherzt ohne Ende aber er war sehr geduldig aber immer wieder mal riss dem Kater der Geduldsfaden und dann gab es Kratzer. Kratzer, die auch einige Male sehr, sehr nahe am Auge waren etc. Ich dachte es wird sicher besser, wenn sie größer wird. Ich passte auf aber man kann die beiden nicht pausenlos überwachen. Töchterchen begann dann im Kindergarten permanent nur noch Katze zu spielen. Sie war andauernd eine Katze. Die Katze war die Flucht, wann immer sie nicht wollte oder unsicher war etc. Das lief so weiter. Die 1. Klasse kam und ging. Die neue Schule kam und auch hier fiel natürlich wieder auf, dass Töchterchen nur Katze war, immer von ihrer Katze sprach und überhaupt es dauern um Katzen ging. Zuhause kostet mich die Situation täglich den letzten Nerv. Denn auch mit 8 Jahren wurde es eben nicht besser. Der Kater wurde extrem strapaziert, dauerhaft bespielt und immer wieder kam es zu massiven Kratzern. Zudem hatte der Kater begonnen, wann immer er keien Lust hatte, laut zu miauen. Ich war als fast pausenlos damit beschäftiget das Kind zu ermahnen. Im 5 Minutentakt ermahnte ich und ermahnte und ermahnte. Immer wieder musste ich laut werden, weil die Katze schrie und sich wehrte. Es war pure Anstrengung. Natürlich liebte sie diese Katze und natürlich wollte ich ihr nicht ihre große Liebe nehmen also mahnte ich immer wieder und wieder aber Töchterchen schaffte es einfach nicht, den Umgang zu verändern. Sie lehnte es auch strikt ab und sagte immer wieder, nein, sie könne es nicht den Kater etwas mehr in Ruhe zu lassen.

Ich war schon so weit, dass ich meiner Therapeutin permanent erzählte, wie sehr mich die Situation belastete aber ich hatte Angst davor, meinem Kind wieder etwas zu nehmen, das sie liebte. Natürlich dachte ich aber sehr, sehr oft darüber nach, die Katze wegzugeben. Ich hatte auch mehrmals schon geäußert, dass es so nicht weiter gehe.

Die Kinderpsychologin war es, die mich dann endlich doch zur Selbstfürsorge „trieb“. Schon oft hatten wir die Situation mit dem Kater besprochen und es half einfach alles nix. Bis sie dann zu mir sagte, ich müsse verstehen, dass diese Situation ein Problem darstelle. Das Problem sei, dass meine Tochter dadurch von mir, mehrmals täglich, und quasi pausenlos eine negative Rückmeldung bekommt. Weil ich sie natürlich schützen will und muss vor Verletzungen und weil ich die Katze schützen will. Sei ja klar aber die Botschaft an mein Kind sei permanent, ihr Verhalten ist scheiße. Sie ist scheiße, sie macht nix richtig, sie macht alles falsch. Die Beziehung zwischen uns leidet und wir können nicht am Selbstwert arbeiten und gleichzeitig zu Hause eben diesen dauernd torpedieren.

Es war ein harter Kampf mit mir selbst. Die Psychologin sagte klipp und klar, die Katze muss weg. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon lange ganz kurz davor dies zu tun aber jetzt war ich überzeugt. Töchterchen sagte ich dann, dass ich mich entschieden habe und ich jetzt ein anderes Zuhause suchen werde. (Ja, ja, ja, natürlich ohne zu sagen, sie sei quasi schuld daran.)

Natürlich bekam es sofort am nächsten Tag auch die Schule und die HPT mit und siehe da- man stimmte mir sofort zu. Die Betreuer in der HPT kennen Töchterchen wirklich sehr gut und die Situation mit der Katze auch und alle waren ebenfalls davon überzeugt, dass es ein harter aber wichtiger Schritt sei und unter diesen Umständen die Katze mehr schadete als nütze.

Das war für mich eine große Beruhigung. Also begann ich jetzt zu suchen und fragte im Freundeskreis herum. Verständlicherweise kam es aber zur selben Diskussion mit einer Freundin, die mir dann immer wieder ins Gewissen redete, 2 Tage lang, ich könne doch dem Kind nicht die Katze nehmen. Die Kleine liebe doch ihre Katze so sehr und ich würde sicher großen Schaden anrichten, wenn ich jetzt diese Katze weggebe. Egal wie oft ich ihr erklärte, dass ich es nicht mehr ertrage und dass wirklich viele Menschen mir zustimmten und dass im Moment ich leide, die Katze keinen Spaß hat und Töchterchen darunter leidet, dass es immer Streit gibt, es hieß immer wieder ich könne das doch nicht machen. Eine weitere, gemeinsame Bekannte sage auch, ich könne das nicht machen. Plötzlich war ich wieder total verunsichert. Ich hätte heulen können.

Alle anderen stimmten mir zu und am Ende sogar die Tierärztin, die dann auch noch sagte, sie findet es gut und richtig was ich mache. Irgendwie wusste ich dann doch, es war das einzig Richtige.

Gott sei Dank meldete sich eine andere Freundin, sie würde die Katze gerne nehmen.

Heute, ein paar Wochen später, weiß ich, es war wirklich die beste Entscheidung.

Die Situation in der Wohnung hat sich sofort entspannt. In jeder Hinsicht. Töchterchen war natürlich traurig, hatte sich aber dann anscheinend im Laufe der Suche schon etwas an den Gedanken gewöhnt. Sie ist zwar immer wieder mal traurig und fragt nach ihrem Tier aber drei Sekunden später wills ie dann einen Hasen (nein!!!) oder lässt sich kurz von mir trösten.

Ich fühle mich wirklich als sei mir eine riesen Last von den Schultern gefallen und ich habe es wirklich jahrelang versucht. Es ging einfach nicht.

Mr. M. hat natürlich die Chance genutzt mich unterschwellig als egoistisch hinzustellen und den Eindruck zu vermitteln, dass ich quasi nur keinen Bock mehr auf die Arbeit hatte, weil er den Zusammenhang gar nicht versteht.

Er hatte wohl sogar kurz die Vermutung bei meinem Kind angestellt, dass die Katze fliegt, weil mein neuer Partner allergisch ist. Darüber habe ich keine Sekunde nachgedacht und es ist auch nicht wahr.

Daher auch Mr. Ms scheiß Nachrichtentext „So ist das halt, wenn man Tiere hat“, die ich vorhin erwähnte.

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.