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Kinder, ich muss einfach nochmal reden

Mag sein, dass ich euch langweile aber ihr wisst ja, dass Mr. M. in meinen Augen ganz schamlos gelogen hat über unsere gesamte gemeinsame Vergangenheit und es ärgert mich. Es ärgert mich zutiefst, dass jemand nicht bei der Wahrheit bleiben kann, auch wenn er sie vielleicht nicht als rühmlich für sich empfindet. Es enttäuscht mich, dass Mr. M. doch so kleingeistig ist und sich im Nachhinein als Macher darstellt obwohl er das nie war. Er war nie der Macher und er ist nicht in der Lage, dies zuzugeben.

Darum muss ich einfach nochmal darüber sprechen: Sorry, ich kann nicht andern.

Ich heiratete meinem Mann im Jahr 2006. Mr. M. hatte ich im Volontariat kennen gelernt. Bei einem Lokalsender, wo er ab und zu als Kameramann drehen durfte. Durfte darum, weil er selbst in der Ausbildung war und bei besagtem Lokalsender ein Praktikum absolvierte hatte. Eigentlich war er nämlich bei der Bundeswehr und die hatten beschlossen, ihn zum Kameramann auszubilden. Dafür schickten Sie auf eine Schule für Mediengestalter, die er nun bald abschließen würde. Noch war er aber mit der Ausbildung beschäftigt und dreht eben nebenbei ab und zu weiter. Bezahlt wurde er aber nur, wenn der Sender auch Geld mit seinem Material verdienen konnte. Auf sowas lässt man sich natürlich nur ein, wenn man vom Bund bezahlt wird und wenn man weiß, man muss über kurz oder lang einen Fuß reinbekommen in einem zivilen Job, denn die Zukunft beim Bund war begrenzt.

Sehr bald zogen wir zusammen und  M. war mit seiner Ausbildung fertig. Danach musste er zurück zur Bundeswehr und wurde in Koblenz stationiert. Eine Zeit lang sahen wir uns nur am Wochenende, wenn er aus Koblenz Nachhause kam. Für Mr. M. war aber schon klar, dass er weg wollte vom Bund. Er wollt ein München bleiben und hier als freier Kameramann arbeiten. Das war das Ziel. Nebenbei drehte er also wann immer es ging weiterhin fürs Lokalfernsehen und versuchte alles, um aus der Bundeswehr austreten zu können. Nach einem Jahr Beziehung heirateten wir.

Als freier Kameramann kann man nur überleben, wenn man gut gebucht wird. Man braucht also Kunden. Treue Kunden und zufriedenen Kunden. Der Job ist hart, denn der Markt ist vollkommen überfüllt. Man ist als freier Kameramann nicht zuletzt extrem von Sympathie abhängig. Natürlich muss auch die Leistung stimmen aber gute Kameramänner gibt es genug. Egal wie gut du bist, keiner hat Lust seinen Arbeitstag mit dir zu verbringen, wenn du stinkst oder unfreundlich bist. Warum auch? Es gibt genug andere.

Ich versuchte natürlich ebenfalls alles um Mr.  M. an den Mann zu bringen. Selbst war ich noch Volontärin und drehte ja, wenn es ging eh mit ihm. Vor meinem Volo, schon während des Studiums hatte ich beim Fernsehen gearbeitete. Beim Landesbüro eines Boulevardmagazins. Es lag also nahe, die alten Kollegen darum zu bitten meinem Mann eine Chance zu geben. Irgendwann war es dann auch soweit aber leider war das Ergebnis des Drehs nicht zufriedenstellend und Mr. M. war raus. Ebenfalls ein Ergebnis, des hart umkämpften Marktes: Eine schlechte Leistung und man ist sehr schnell und sehr lange untern durch.

Also gab es weiter nur das Lokalfernsehen für ihn.

Mein Volo ging zu Ende und eine neue Türe öffnete sich: Mein alter Chef erzählte, er wolle sich selbständig machen und Ich war sofort bereit mitzumachen. Eine Idee war geboren und wurde in die Tat umgesetzt. Eine weitere Kollegin vom Lokalfernsehen war die Dritte im Bunde und eine eigene Produktionsfirma war geboren. Wir brachten den ein- oder anderen Kunden mit und mein ehemaliger Chef brachte natürlich sein Geschäft mit ein. Es konnte losgehen. An diesem Tag löste sich natürlich auch das Problem Von Mr. M, denn von nun an wurde er für die Drehs unserer Firma gebucht. 3 Redakteure, mehrere Kunden und somit auch genug Arbeit für Mr. M.

Mr. M hat ja gerade vor Gericht behauptet, er sei schon vor meiner Firma selbständig gewesen und er habe einen Kundenstamm gehabt, den er für mich aufgegeben habe! Vor meiner ersten Firma war er angestellt beim Bund und eine sehr kurze Zeit nur wirklich frei. Sein „Kundenstamm“ war ein Lokal TV Sender, der festangestellte Kameraleute hatte und nur selten Bedarf für einen Externen, ehemaligen Praktikanten.

Eine ganz dreiste Lüge oder der Versuche davon abzulenken, dass er es eben nie alleine geschafft hat. Ich weiß es nicht. Ich selbst wäre in hundert Jahren nicht auf die Idee gekommen überhaupt jemals in einer Zeit herumzustochern, die unsere gemeinsame gute Zeit war. Aber Mr. M ließ es sich nicht nehmen alles in den Dreck zu ziehen. Darum möchte ich aufschreiben wie es wirklich war.

Eine ganze Zeit lang arbeiteten wir also fleißig so zusammen. M. verdiente gut und unterm Strich mehr als ich, denn er bediente ja sozusagen 3 Redakteure, da kam mehr zusammen als bei mir. Jedoch kommt der Kameramann erst zum Einsatz, wenn die Redakteure den Kunden gewonnen haben. Der Nachschub und die Sicherung ständiger Drehaufträge lag also alleine bei mir und meinen Kollegen. Das Konstrukt ging etwa 2 oder 3 Jahre gut, dann machte ich alleine weiter mit Mr. M. und einem neuen Kollegen, den wir uns dazu geholt hatten. Es gab nun ein eigenes Büro und einen neuen Namen.

Die Kunden, die ich schon seit Jahren bediente blieben mir  treu und natürlich versuchte ich mit meinem neuen Kollegen auch neue Kunden zu akquirieren. Jeden Tag auf neue arbeite ich daran, dass wir genug zu Drehen hatten. Es lief gut, jedenfalls gut genug um uns zu ernähren.

Nichtsdestotrotz war mit immer sehr arg, dass M. überhaupt keine eigenen Kunden hatte. Ich sagt oft und immer wieder zu ihm, er brauche dringend eigene Kunden, die ihn unabhängig von mir buchten. Ich erinnere mich daran, dass ich immer wieder Nummer und Kontakte raussuchte und ihn bat dort anzufragen. Wir druckten auch mal kleine Kärtchen aus und schickten sie an Produktionsfirmen. Aber es kam nie was dabei rum. Ich wollte immer, dass M. mehr auf eigenen Beinen steht und frei gebucht wird aber das klappte nie.

Auch hier behauptete Mr. M. wieder er habe seine Kunden aufgegeben und sie seien ihm weggelaufen, weil er sich um „meine“ Firma gekümmert habe. Das ist immer noch gelogen. Ich schwöre Stein und Bein, dass ich immer wieder darum bat er möge sich eigenen Kunden suchen. Ich wäre sehr froh darum gewesen, denn ich sah ein Risiko in dieser Abhängigkeit von nur einem Kunden. Nämlich mir.

Wir fuhren jeden Tag in unser Büro. Mr. M. dreht und kümmerte sich um alles Finanzielle und Buchhalterische (also mit der Buchhalterin). Das war nicht mein Ding und er war gut darin. Dieses Büro war unsere einzige Lebensgrundlage und wir arbeiten jeden Tag dort.

Aber eines ist ganz klar: Ich verkaufte Themen und Geschichten und ich wurde beauftragt diese umzusetzen, dafür war Mr.  M mein Kameramann und es gab niemals einen Kunden, der Mr. M unabhängig davon buchte. Egal wie oft ich ihm sagte, er brauche eigene.

Würde Mr. M. alle Rechnungen rausholen, die er je gestellt hat würde sich das bewahrheiten.

Auch hier hat er vor Gericht behauptet, er habe seine Kunden verloren für aufopferungsvolle Arbeit in meinem Laden.

Schäm dich einfach!

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