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Lebhaft in Erinnerung gerufen

Ich hatte gerade das fragwürdige Vergnügen, lebhaft daran erinnert zu werden, warum Mr. M. ein spitzen Vater ist und ich es nicht ertrage, auch nur 3 Worte von seinem Schwachsinn hören zu müssen.

Die Vorgeschichte war, dass er mal wieder alle Pläne einfach über den Haufen warf und es plötzlich hieß, er holt sie nicht am Dienstag vom Kiga ab, sondern er will sie Freitag in der Früh holen und das dann von mir und er will sie abends dann wieder bringen.  Natürlich hatte ich mir für Dienstag aber schon etwas vorgenommen. Ich wollte nach der Arbeit etwas besorgen wofür ich alleine sein musste und das wollte ich gerne machen, wenn sie bei ihm ist. Also warf ich alles um und wollte das dann am Freitag besorgen, da wollte er sie ja holen.

Am Freitag stand er dann vor meiner Türe und fragte wann er sie zurück bringen solle. Er wiegte mich also in der Illusion, dass ich da eine Mitsprache hätte. Ich antwortet also 18.00 Uhr wäre gut, weil ich nach der Arbeit noch was besorgen müsse.

Da kam dann aber, dass er ja um 17.00 Uhr in der Arbeit sein müsse und sie also um 16.00 Uhr bringt. Was fragt er mich dann eigentlich so scheinheilig? Danke dafür.

Also. Neuer Plan. Dann müssen wir uns bitte im Einkaufszentrum treffen, sonst kann ich gar nix mehr kaufen. Zum ersten Mal seit einem Jahr musste ich also mit ihm mehr als dringend nötig kommunizieren und -Alter- hat das mal gereicht für mindesten ein weiteres Jahr!

Ich stand in der Drogerie als die beiden ankamen. Mr. M ging drei Läden weiter und nahm Zwuckel natürlich mit. Ich suchte die beiden dann und fand ihn beim Juwelier, weil seine Uhr kaputt war. Zwuckel hing an einer Vitrine mit lauer bunten Charms. Wie Kinder das so machen jammerte sie einige Minuten lang : „Ich will auch sowas haben…“

Ich könnte es Mr. M. förmlich ansehen, wie sich die Worte in seinem Hirn formten und sich auf den Weg Richtung Zunge machten. Darum bremste ich schnell und erklärte Zwuckel, dass sie noch zu klein sei für so teuren Schmuck. Ich könnte mir vielleicht vorstellen, wenn sie in die Schule kommt, dann sei sie groß genug. Sie habe eh schon viel Schmuck und sie trage ihn nicht gerne. Zum Abschluss noch: Schatz, wir können nicht alles kaufen, was einem gerade so gefällt.

Stimmt übrigens. Zwuckel ist kein Kind, das Schmuck trägt. Es fliegt alles in 2 Minuten wieder weg. Immer. Ich kenne Mädchen in ihrem Alter, die lassen alles an. Sie nicht. Warum also um alles in er Welt sollte man ihr Schmuck kaufen?

Natürlich fing sie jetzt an lauter zu jammern und zu quengeln und bestand darauf, dass sie sowas haben wolle. Die Standard Situation eben. Die – ich will, ich will, ich will – Situation, das ABC des Elterndaseins. Die Szenen, die wir alle durchspielen tausend- und ein Mal.

Mr. M. begann sie zu trösten und wieder sah ich es, wie die Worte bei ihm anklopften. „Vielleicht bekommst du es ja zu Weihnachten.“ (Also in ein paar Wochen)

Warum? Warum sollte man einer 5-Jährigen das kaufen?

Zwuckel war das eh egal, sie machte weiter mit der Schreierei. Ich will, ich will, ich will.

Nicht eine Sekunde lang hielt er die Situation aus. Es kam ihm nicht über die Lippen, das „Nein“. Kein einziges Wort von, „wir kaufen das nicht“. Was tat er also um sie ruhig zu stellen. Er versprach ihr sofort ein Eis.

Ich hätte kotzen können.

Auf dem Weg zum Eis hörte er nicht auf der Kleinen irgendwas ins Ohr zu flüstern!

Ich wollt noch mehr kotzen.

Er kaufte ihr zwei Kugeln Eis und wir gingen. Im Auto erfuhr ich dann, dass sie schon bevor wir uns trafen Pommes und Eis gegessen hatten.

Jetzt wollte ich definitiv kotzen.

 

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