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Manche Menschen haben keine Ahnung. Doch davon im Überfluss. (Vera Hinselmann)

Seit der U7 gehe ich mit meiner Tochter regelmäßig zum Augenarzt, weil die Messung beim Kinderarzt auffällig war. Bis gestern war die Diagnose, die kleine Maus sei ein bisschen weitsichtig aber es könnte sich auch von alleine geben bzw. muss nicht korrigiert werden.

Allerdings zeigte sich schon bei Kinderarzt vor einigen Wochen, dass die Kleine die 3-D Bilder nicht erkennen kann. Auch beim Augenarzt konnte sie die Bilder nicht sehen. Damit hat der Augenarzt entschieden, sie solle jetzt – wahrscheinlich nur vorübergehend- eine Brille tragen. Die Sehfähigkeit im Nahbereich sei so eingeschränkt, dass sie eben die Bilder nicht erkennen kann.

Das ganze klingt auf jeden Fall schlüssig für mich und ist jetzt auch nicht die totale Überraschung.Als ich Mr. M darüber informierte ergoss sich ein Schwall von Halbwissen über mich und zudem die Erkenntnis, dass der Mann vollkommen ahnungslos ist was sein Kind angeht. Ich betone noch mal, dass die Kleine beim Augenarzt ist, seit sie ca. 2 Jahre alt ist, also noch lange unter seinem Dach lebte.

Ich schickte ihm also ein Foto von meiner Tochter mit ihrer kleinen, süßen Brille.

Mr. M. : ????

Mr. M. : Warum das??

Mr. M. : Ist das ganz sicher

Mr. M. : Ich sollte auch eine bekommen, nur weil mir ein Begriff nicht einfiel

Mr. M. : Wenn sie jetzt eine Brille bekommt, ist sie mit 16 blind wie ein Maulwurf. Wart ihr beim Augenarzt?   (Darf ich hier kurz bemerken: Er fragt mich allen Ernstes, ob ich beim Augenarzt war???? Geht’s noch?)

Ich: Also erstens haben wir 2017 und nicht 1973 in der DDR und du kannst gerne zu einem anderen Arzt mit ihr gehen. Dein Kind ist immer schon etwas weitsichtig und der meint, dass es wohl nur vorübergehend ist! Also ich würde sagen mal ganz ruhig bleiben.

Ja, ich war nicht besonders diplomatisch und auch nicht sonderlich freundlich aber ich reagiere sehr allergisch, wenn mir unterstellt wird, dass ich bei meinem Kind in gesundheitlichen Fragen nicht die benötigte Sorgfalt anwende – von jemandem, der sich noch nie um irgendwas gekümmert hat was die Gesundheit seines Kindes angeht. Der noch nie bei einem Arzttermin (ja, sorry einmal war er dabei) mit ihr war, noch nie eine Vorsorge wahrgenommen hat oder sich mit den zahlreichen Facharztterminen seines Kindes auseinandergesetzt hat. Nicht dass die Kleine ernsthaft krank ist aber ich denke wir wissen alle wo man überall hinrennen muss im Laufe der Jahre (Zahnarzt, HNO, Augenarzt, Hautarzt, Kardiologe, Osteopath als Baby, U1 bis 364) die Arztbesuche die dazukommen weil irgendwas akut ist gar nicht gerechnet. Nichts davon hat ihn jemals tangiert und darum reagiere ich äußerst gereizt auf sowas.

Es ging weiter:

Mr. M.: Wenn es nur vorübergehend ist, wozu die Brille? Dann gewöhnen sich die Augen doch daran.  (Ich bin fassungslos über so viel Bockmist)

Ich: Ja, das ist der Trick. Das Auge korrigiert sich. Du kannst gerne mit dem Augenarzt diskutieren… willst du die Rufnummer?

Mr. M. : Das sieht mit aber wie Fielmann oder Apollo aus… nicht wie in einer Praxis

Ich: Sag mal willst du mich jetzt verarschen?????? Beim Arzt gibt es auch keine Brillen nur ein Rezept!!!!!

Ich: Die Bemerkung, dass das aber nicht wie ein Arzt aussieht… was soll das denn? Das ich total verblödet bin und mit meinem Kind, weil mir langweilig ist, zum Optiker gehe? Oder was soll die Bemerkung?

Ich: Seit deine Tochter 2 ist gehe ich regelmäßig zum Augenarzt mit ihr.

Mr. M : Nee… ich falle natürlich aus allen Wolken, wenn mein Kind plötzlich mit `ner Brille da steht. Ich unterstelle dir doch überhaupt nix… leider ist es so, dass Ärzte bei Privatpatienten sehr gerne mehr verschreiben, als erforderlich. (Ja klar, alle wollen immer nur an dein Geld…wie immer.)

Es ging dann noch weiter per SN und er sagte mir, dass er keine Ahnung habe, dass wir schon immer beim Augenarzt sind und dass es ein „Schockfoto“ gewesen sei und er bekomme „immer“ „Schockfotos“…. Sein Kind mit einer Brille ist ein Schockfoto? Sein Kind mit einem Gipsarm ist natürlich zu übersehen. Er habe ja auch das „Schockfotot“ seines Kindes nach der Vollnarkose bekommen. Eine Vollnarkose, bei der er nicht anwesend war und die keine Überraschung darstellte.

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