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Same old, same old

Sollte es jemanden geben, der hier regelmäßig mitliest, dann wird dieser Jemand jetzt wahrscheinlich die Augen verdrehen – denn ja, es geht schon wieder um das Thema Berieselung.

Zu 90% ist das Thema Mediennutzung bei mir ein täglicher Auslöser für Auseinandersetzungen. Es beginnt mit einer Diskussion bei jeder Autofahrt und endet nicht selten mit totaler Eskalation des Kindes.

Es herrscht nicht ein einziger Tag Frieden und Schuld ist immer die permanente Forderung nach Medien. Ja, wenn’s das nicht wäre, dann wäre es wahrscheinlich was anderes, aber es ist eben jetzt das.

Man mag sich also schon mal fragen, wie kommt Töchterchen überhaupt darauf, dass permanent Medien für sie zur Verfügung stehen? Ich sag mal so: Von mir nicht.

Jetzt sagen ja auch manche, wo ist denn das Problem. Soll sie doch glotzen und zocken was sie will. Machen ja die anderen auch.

Mein erstes Problem damit ist, dass Töchterchen ADHS hat und Berieselung Gift für sie ist. Prinzipiell habe ich ein Problem damit, wenn man vor den TV frühstückt und bis nach dem Abendessen die Kiste läuft. Mit 7 Jahren unkontrolliert stundenlang am IPad hängen finde ich nicht ok und auch durch ihr ADHS bedingt, neigt sie zu extremen Ängsten. Schon klar- wer weiß schon, dass Medienkonsum bei Kindern solche Ängste noch schürt- Kein Mensch. Ist eine ganz geheime Info. Von Apps und Spielen für Kinder mit offener Chatfunktion und ohne Kontrolle, fange ich jetzt gar nicht erst an!

Nach Aufenthalt beim Vater mit 24 Stunden Berieselung inkl. Kinobesuch kennt sich das Kind selbst kaum wieder. Wenn sie länger bei ihm war schläft sie deutlich unruhiger und bei mir bricht die Hölle los, weil ich das nicht erlaube.

Eigentlich dürfte das schon als Argument genügen aber wir wissen ja, Mr. M. ist ziemlich resistent gegen gesunden Menschenverstand.

Wer noch länger meinen Blog liest, der hat auch schon gehört, dass ich bereits gegen diesen Irrsinn kämpfte als meine Tochter so etwa 2 -2,5 Jahre alt war.

Mehrere unvergessliche Szenen fallen mir da sofort ein. Es gibt ein Foto, da sitzt Mr. M. vor 2 großen PC Bildschirmen. Auf den Schoß das etwa 2 Jahre alte Töchterchen. Rechts spielt er World of Warcraft und links läuft Bummibär. Ich könnte heute noch kotzen. In dieser Phase musste ich Gebetsmühlenartig – wenn Mr. M. anwesend war – sagen: „Mach das jetzt bitte aus.“

Auch im Auto drückte er dem Kind schon damals konsequent das IPhone in die Hand. Ich sagte schon immer vor dem Einsteigen – wir fahren ohne Berieselung. Einmal musste ich kurz aus dem Auto steigen und etwas aus der Wohnung holen. Wollte ihr raten was ich vorfand im Auto. 4 Minuten später? Wenn ich nicht mitfuhr, dann war der Weg frei.

Das Ganze ging so weit, dass Mr. M. in meiner Anwesenheit zum Kind sagte: „Die Mama will nicht, dass wir fernsehen!“

Ich krieg schon wieder Puls!!! Mr. M. arbeitet heute noch so: Die Mama will das nicht, die Mama ist dagegen, die Mama sagt……

Töchterchens Lehrer und Erzieher haben mich alle schon angesprochen, dass sie nach einem Papaaufenthalt nur davon spricht was im TV lief oder im Kino oder auf dem IPad. Nach dem kompletten Ausraster in der Corona Zeit hat dann die Kinderpsychologin und die Schule Mr. M. zum Gespräch gebeten.

Die Schule hat Mr. M noch nie gesehen. Ich war bisher immer alleine beim jedem Elterngespräch, Hilfeplangespräch, Elternabend. Mr. M. sagte alles ab. Also alle sind sehr gut auf den Mann zu sprechen, obwohl sie ihn gar nicht kennen. Überall legte man ihm nun nahe, er solle sich zur Erziehungsberatung begeben. Mit mir zusammen.

Wer hat sich wohl um diesen Termin bemüht und ihn organisiert? Ich. Als ich ihm dann nach mehreren Emails und Telefonaten den Terminvorschlag der Beratungsstelle unterbreitete war die Antwort: Er versucht das mal. Wenn nicht, dann muss ich da halt erst mal ohne ihn hingehen, aber er würde dann persönlich absagen, wenn er es nicht schaffe…. na, da sind wir aber froh.

Warum muss ich mich jetzt ausgerechnet heute wieder beschweren? Weil!!! Weil, Töchterchen heute Morgen von einem Wochenende mit dem Vater zurückkam und bereits nach 4 Minuten drehte sich das Gespräch um den Fernseher.

Kurzer Hintergrund. Am letzten Donnerstag durfte Töchterchen am Abend was gucken und als es Zeit zum ausmachen war wollte sie nicht. Ich machte den TV aus. Sie macht ihn wieder an. Ich machte ihn aus und dann flog die Fernbedienung quer durchs Zimmer und sie flippte aus. Daraufhin beförderte ich sie in ihr Zimmer. (Ich habe sie getragen) Natürlich blieb sie da nicht drin und ging auf mich los. Die übliche Eskalation. Am Ende sagte ich, dass ich nun genug habe und der Fernseher in Zukunft ausbleibt. Ich habe nicht mehr die Kraft und nicht mehr die Nerven mich derart angreifen zu lassen nur weil Töchterchen einfach nicht ausmachen will.

Soooooo und nun hatte ihr der Papa versprochen, er würde mit mir darüber reden! Dieses, „mit der Mama reden“, forderte Töchterchen nun ein und zwar noch bevor sie mich überhaupt begrüßt hatte.

Wie schön! Der Heldenpapa, der sagt der doofen Mama jetzt mal ganz sicher wo es lang geht mit dem Fernsehen! So stellt sich Töchterchen das vor.

Kinder, ich bin gespannt wie ein Flitzebogen auf das Erziehungsberatungsgespräch morgen.

Es werden noch Wetten angenommen ob er kommt.

P.S. Ich war gerade bei dem Termin. Mr. M. war nicht da.

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