Zum Inhalt springen

Schlafe! was willst Du mehr. (Goethe)

​Müde, ja müde war ich in meinem Leben schon oft. Als Teenie wollte ich am liebsten überhaupt nicht aufstehen und später als Single und auch als Paar konnte ich schlafen bis Mittag, wenn es sein musste. Ich war müde von der Schule, müde vom Feiern, müde von der Arbeit.

Jedoch, ich wage zu behaupten es gibt eine Müdigkeit, die ich erst kenne seit ich Mutter bin und gar nicht mal so sehr – wie man vielleicht vermuten möchte- aus den ersten Jahren, als mein Kind ein Baby war. Nein, ich glaube sogar erst seit ich dann auch wieder angestellt war. Es ist eine Müdigkeit, die so tief sitzt, dass man einfach gerne unter den Tisch kriechen möchte und schlafen. Einfach mitten im Gang auf dem Büroboden, wenn es ginge. Letztens im Büro hatte ich ernsthafte Schwierigkeiten ein Telefonat zu führen, so bleischwer war mein Hirn und selbst die Zunge. Ich glaube alle Mütter kennen diesen Zustand. Vielleicht ist mein Blick da auch nur Mamazentrisch aber ich weiß, jede meiner Mamafreundinnen würde sofort verstehen und mitmachen, wenn ich vorschlüge: „Komm, wir rollen uns einfach unterm Tisch zusammen“.

Ist das Quatsch? Geht es den meisten Menschen heutzutage so, egal ob Mama oder nicht?

Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich in diesem Zustand meinen Tag bestreite. Jeden Tag. Termine, Arbeit, Kind, noch mehr Termine. Wen wundert es da, dass ich zunehmend und merklich wirr im Kopf werde? Selbst wenn es keinen wundert, es hilft ja nichts, es muss funktionieren. Bei allem Verständnis, das man haben mag für die Situation, man muss trotzdem weitestgehend funktionieren.

Erst vor wenigen Tagen ist es mir zum ersten Mal passiert, dass ich mein Kind „vergessen“ habe. Na ja, ich hatte vergessen, dass der Kindergarten früher schließt. Eine Woche später habe ich einen Arzttermin meiner Tochter vergessen und musste wie von der Tarantel gestochen aus dem Büro fetzen, ins Auto springen und zum Kindergarten düsen. Im Kindergarten rief ich an, man möge bitte ausnahmsweise meine Tochter schon mal zum Anziehen schicken. Die Kleine raus geholt und zum Termin gerockt. Danach schlägt die Müdigkeit doppelt zu, wenn der Stresspegel vom Peek wieder abfällt. So geht es weiter, jeden Tag. Manchmal habe ich um 10.00 morgens schon 4 Stationen hinter mir und habe gefühlt schon einen ganzen Tag bewältigt, wenn ich endlich in den Bürostuhl sinke.

Wahrscheinlich würde es helfen, wenn man dann wenigstens einen gesegneten 8 Stunden Schlaf hätte. Ok 7 Stunden….6? Da kann ich nur müde lächeln und einfach abwinken.

In regelmäßigen Abständen kommen aber Nächte, die sind besonders schlimm. Die Hustennächte zum Beispiel. Das Kind hustet stundenlang, hustet bis es Kopfweh hat. Man kocht Tee, holt das Wick Vaporub, beruhigt und tröstet, kochte mehr Tee, holt den Hustensaft und Honig und irgendwann möchte man am liebsten schreien: „Hör endlich auf zu husten! Biteeeeee!!!“ Tut man natürlich nicht. Man schläft so halb ein paar Stunden und übersteht mit Müh und Not den nächsten Tag.

Ich bin müde, so müde. Ich will schlafen, bitte lasst mich einfach nur schlafen. So 2 Wochen lang oder so!

 

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.