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Vater sein dagegen sehr

Wisst ihr, es mag normal sein, dass die Väter sich bei der Trennung vor Gericht plötzlich als fürsorgliche Papas hinstellen. Mag sein, dass es ganz normal ist zu behaupten man habe sein Kind regelmäßig betreut. Mag sein, dass man nicht bemerkt hat, dass der Trennungsgrund vor allem das totale Versagen auf allen Ebenen einer Familie war und jetzt von sich selbst denkt, dass man ein wirklich guter Vater ist.

Ich, als diejenige, die jahrelang neben einem Mann leben musste, der nicht existent war in der Familie, fühle mich trotzdem verarscht und gekrängt.

Ich muss mich nur 2 Minuten hinsetzten und mal ganz kurz im Kopf überschlagen, wovon er als Vater nichts mitbekommen hat und nicht teilnahm. Ich wage sogar zu behaupten, dass er bei über der Hälfte der Dinge auf dieser Liste nicht mal weiß, dass sie stattfanden. Einiges habe ich ja schon erzählt, einiges wo er ganz deutlich zeigte, dass er nicht weiß worum es geht. Natürlich würde er es niemals zugeben, würde einfach lügen wenn man ihn danach fragt aber ich weiß, dass es so ist. Oft genug hat er sich eh schon selbst entlarvt.

Was den Vater bisher keine Sekunde tangiert hat. Auch nicht, als wir noch „Familie“ waren:

Kinderarzt U1-8, Impfen, Blutabnehmen, Urinprobe, Sehtest, Hörtest. Hohes Fieber, Kotzerei, nicht zur Arbeit gehen können, Ohrenschmerzen, krank, krank, krank. Pflegen, trösten, Kindkrankschreibung besorgen (mit einem kranken Kind dabei), Kotze im Auto, die Tage überstehen bis das Fieber weg ist. (Und ich meine damit nicht, dass man natürlich theoretisch wusste das Kind ist krank und dann quasi telepathisch Anteil nahm.)

Osteopathie, Kardiologe, Augenarzt, HNO, Arm gipsen (überhaupt auf die Idee kommen, den Arm erneut zu überprüfen, nachdem man im Urlaub nur eine Schiene bekommen hat für das Kind und den Rest dann getrost mir überließ), Gips abnehmen, Ergotherapie, Zahnarztbesuche, Zahn-OP (nur gedankliche Anteilnahme).

Kindergartensuche (nein, nicht der eine Besuch, in dem einen Kindergarten beim Tag der offenen Türe), Schuluntersuchung, Hortsuche, Gastschulantrag, Hortanmeldung.

Natüüürlich möchte ich nicht unterschlagen, dass er einmal beim Kinderarzt mit im Zimmer stand und einmal, weil der Umgang grade so war, das Kind zur Ergo brachte und zweimal, vielleicht sogar dreimal zur Therapie. Wir wollen ja ehrlich bleiben.

Das ganze Ausmaß der Unverschämtheit hier noch zu lügen, man habe sein Kind regelmäßig betreut, will mir einfach nicht in den Kopf.

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