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Was geht’s den Vater an?

Natürlich ist mir und Zwuckels Kindertherapeutin und anderen Menschen, die sich mit der Maus beschäftigen, nicht entgangen, dass sie ein Kind ist, das sich mit Konzentration sehr schwer tut. Da wir alles Menschen mit Verstand und auch Empathie sind, wird da nicht nur Abgewunken und gesagt : „Ja, so is‘ sie halt.“ Wir wissen ja auch, dass sie nun in die Schule muss und ich möchte mein Kind unterstützen an ihrer Schwachstelle. Ich möchte nicht nur dumm daherreden und rumblöken: „Mein Kind hat kein ADHS“ und nix tun. Die Maus tut sich ein bisschen schwer, ich sehe das als minimal aber nichtsdestotrotz kann man etwas tun und für mich ist selbstverständlich, dass ich dies auch tue. Natürlich bedeutet es für mich, mehr Termine und mehr Organisation.

Die Kleine war ja schon bei der Ergo, eben auch deswegen. Auch die Ergotherapeutin hat unserer Beobachtung geteilt. Die Maus ging dort gerne hin und es hat ihr auch geholfen.

Gerade im Moment mache ich mit ihr in einer entsprechenden Praxis die ADHS Diagnostik und schaue mal was die sagen. Also auch wieder extra Termine für uns. Natürlich wird dabei am Ende irgendeine Empfehlung raus kommen und wir werden erneut irgendwo Termine haben. Ich tippe mal schwer auf weiterhin Ergo. Zusätzlich stellte man fest, dass irgendwie der Kniereflex rechts nicht so ganz normal ist. Klar, jetzt gehen wir also am Montag auch noch zum Neurologen. Ist ja kein Problem.

Was aber feststeht und natürlich nicht erst seit gestern, was ja auch eigentlich fast auf der Hand liegt, ist: Es gibt ein paar Dinge, die für die Maus wichtig sind. Ganz ehrlich, das war mir auch schon klar, bevor man es mir sagte, gefühlt eben. Schaut euch mal an, ob euch bei der Liste was einfällt.

Achten sie auf wenig Reize, wenig Aufregendes, wenig Medien, immer wieder Ruhe, nicht dauernd Aktivitäten und Vollgas und Unterhaltung und nochmal: Wenig Medienkonsum. Das Kind braucht dringend Strukturen und feste Abläufe. Struktur, Struktur, Struktur.

Und?

Ja genau: Wie immer das Gegenteil von dem, was der Vater seinem Kind seit dem 2. Lebensjahr stumpf antrainiert. Permanente Berieselung, permanente Ablenkung mit Irgendwas und wenn nicht berieselt wird, dann wir irgendwo Vollgas gegeben. Struktur wird schon aus Prinzip abgelehnt, einfach weil es mir immer wichtig war und weil man vielleicht auch gar nicht versteht was das ist. Danach wird sie dann heimgebracht und braucht 2 Tage um runterzukommen.

Also eine Art mit dem Kind seine Zeit zu verbringen, die, vor allem jetzt wo Schule ist, ihr nicht helfen wird. Sie nicht unterstützen wird in schulischen Belangen und ihr nicht helfen wird sich durch pure Regelmäßigkeit einzufinden. Wieder ein Vater mehr, bei dem keine Hausaufgaben überprüft werden, bei dem nicht geübt oder gelernt wird, der sein Kind am Sonntag abgibt ohne etwas für die Schule getan zu haben. Logisch. Man überlässt es der Mutter, dann am Sonntagabend Diskussionen zu führen, dass jetzt keiner mehr was für die Schule tun will, ist ja auch viel lustiger als einfach eine Routine zu fahren und sich vielleicht auch noch, um Gottes Willen beim Kind unbeliebt zu machen, weil jetzt mal geübt wird.

Das wäre ja auch Anstrengung für einen selbst, seinem Kind zu liebe. Wer will das schon?

Na gut. Ich sehe also wieder einem Jahr entgegen mit Schule, Therapie und bisher noch nicht feststehenden weiteren Unterstützungsmaßnahmen. Die natürlich nur ich organisiere. Die kommenden Montage muss ich regelmäßig schon gegen Mittag die Arbeit verlassen, weil Termine für das Kind anstehen.

(Nein, bitte nicht Sturm laufen und keine Diskussion über das Thema ADHS anfangen und darüber ob es das gibt oder nicht. Egal welchen Namen ihre dem Kind gebt, das kleine Defizit bei der Aufmerksamkeit ist da und ich werde eine Unterstützung suchen. Aus Ende. Nein, keine Drogen für mein Kind. Fertig.)

Eine wunderbare Aussicht also, ein Leben lang an einen solchen Vater gebunden zu sein. Jetzt geht die Maus in die Schule, wollen wir raten welchen Beitrag der Vater dazu leisten wird, wenn es darum geht Dinge zu erledigen, die keinen Spaß machen? Zu lernen und Hausaufgaben zu machen, obwohl man keinen Bock hat? Ein Kind, das mit der Aufmerksamkeit kämpft? Ein Kind mit dem ich gerade bei der ADHS Diagnostik bin und das mit Sicherheit sehr viel Unterstützung brauchen wird um sich in der Schule zu Recht zu finden.

Die Tochter, die viel Ruhe braucht, wenig Reize, wenig Medien, die hat einen Vater der nichts anderes kann und will als Reize zu Verfügung stellen. Der permanent den Fernseher laufen hat, der in jeder freien Minute das IPad im Auto anmacht, der immer nur ins Kino geht und immer nur Vergnügung fährt.

Wollen wir raten wieviel hilfreichen Beitrag für sein Kind er leisten wird? Wir werden sehen.

Wie informiert über das Leben seiner Tochter und im Allgemeinen er so ist, zeigte sich mal wieder in einer WhatsApp. Es schien ihm nun doch plötzlich klar geworden zu sein, dass seine Tochter ja jetzt in die Schule geht und da sowas wie Ferien hat. Also fragt er sich mal ganz geschmeidig, vier Wochen vor den Ferien, wo denn seine Tochter die Ferien unterkomme?

Ich: In Bayern sind Ferien am 29. Oktober und deshalb ist deine Tochter im HORT
Er, will wohl lustig sein, oder so:  Ich hab’s es gesehen. Es ist auch deine Tochter 😉
Toller Witz, du Superpapa: Ja aber ich weiß wo meine Tochter ihre Ferien verbringt denn ich denke darüber bereits seit letztem Jahr nach und nicht vier Wochen bevor es passiert.

Ach ja, immer wieder erfrischend!

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