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Weihnachten rückt näher

Weihnachten rückt näher. Das zweite Weihnachtsfest, seit der Trennung und wie schon letztes Jahr muss ich wirklich fast jeden Tag daran denken, weil ich möchte, dass Zwuckel am 24ten bei mir ist. Der Gedanke, sie könnte nicht bei mir sein, liegt mir schwer im Magen.

Wenn ich ganz ehrlich bin, möchte ich auch schlichtweg nicht, dass sie am 24ten bei ihm und seiner Familie ist. Ja, schon klar, ich habe nicht das Recht ihm das zu verbieten oder ihm vorzuschreiben, dass er sie nicht haben kann an Weihnachten.

Was ist mein Problem? Nun ja, er will ja immer mit ihr zu seinen Eltern. 600km entfernt. Was ich wirklich auf keinen Fall möchte ist, dass mein Kind die ganze Feiertage nicht bei mir ist. Wenn er den Weihnachtabend will, dann möchte ich mein Kind am nächsten Tag zurück.  Das würde natürlich bedeuten, dass er in der Stadt bleiben müsste und die ganze Arbeit nicht auf seine Mutter abwälzen könnte. Er müsse selbst ein Weihnachtsfest organisieren.

Außerdem bin ich der Meinung, dass da Weihnachtswunder etwas ist, woran man sich das ganze Leben lang erinnert. Die Zeit dafür ist sowieso sehr, sehr begrenzt. Nächstes Jahr geht sie schon in die Schule und der Zauber des Christkindes wird merklich nachlassen und dann bald ganz vorbei sein. Meiner Erfahrung nach ist seine Familie nicht besonders gut bei der Weihnachtserfahrung.

Die Weihnachtsfeste, die ich bei seiner Familie verbrachte waren für mich nicht sehr weihnachtlich. Mr. M’s Bruder sitzt den ganzen Tag pausenlos am Computer, sein Vater macht ebenfalls wortlos irgendwelche Dinge und Mutti bereitet bißl was vor. Am Abend reißen alle die Geschenke auf, mampfen das Essen und alle verschwinden wieder.  Ich war froh, dass Zwuckel damals noch zu klein war um das wirklich als Erlebnis wahrzunehmen.

Ich musste das klären, wenn ich endlich den Gedanke aus dem Kopf haben wollte. Also kniff ich die Arschbacken zusammen und sagte, ich wolle bitte mit ihm sprechen. Ich schlug vor, dass wir uns um 8.00 Uhr kurz treffen wenn ich Zwuckel im Kiga abgegeben habe.

Natürlich saß ich um 8.00 Uhr im Café und er kam nicht. Er sei wieder eingeschlafen. Er beeile sich. Klar! Die Zeit andere Leute ist nicht wichtig. Die Tatsache, dass auch ich zur Arbeit muss kann man vernachlässigen. Wenn er aber wohin muss, dann muss jeder darauf reagieren, klar, oder? Er kam also 20 Minuten zu spät.

Wenigstens hat sich der Ärger gelohnt und Zwuckel wird am 24ten bei mir sein.

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