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Wie man erfolgreich, den absolut letzten Krümel Respekt wegfegt. Teil I

Trotz meiner guten Vorsätze erreichte das Ganze dann doch einen Punkt, an dem für mich so sehr der Ofen aus war, dass ich es auch in Zukunft nicht mehr schaffen würde jemals wieder mit Mr. M. auf eine irgendwie geartete, normale Art umzugehen. Es hatten sich bereits so viele Verletzungen angehäuft, dann der Eklat, der mich schließlich zum Anwalt trieb und die Tatsache, dass er ganz zum Schluss ja dann doch noch sein wahres Gesicht zeigte und worum es ihm im tiefsten Herzen ging: Ums Geld. Um die Steuer.

Dann schaffte er es natürlich den hauchdünnen Boden, der da noch war vollständig abzutragen. Etwas 5 Monate nachdem wir die Trennung beschlossen hatten war er immer noch nicht ausgezogen. Nein, um es deutlicher zu sagen, er hatte sich immer noch nicht richtig darum gekümmert. Nichts getan, außer ein paar Emails verschickt.

Die Spannung wurde jeden Tag unerträglicher, das musste aufhören! Nicht nur um meinetwillen sondern auch für die Kleine. Natürlich bemerkte sie die schlechte Stimmung und die furchtbare Spannung in der Wohnung. Sie fixierte sich immer mehr und immer mehr auf ihn, denn sie versuchte verzweifelt seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Echte Aufmerksamkeit. Er kam einfach vollkommen lakonisch jeden Abend in die Wohnung und lebte sein Leben, neben dem unseren her.

Seine „Wohnungssuche“ sah so aus: Ab und zu las er ein paar Anzeigen und gab dazu Kommentare ab wie: „Ach, da gibt’s keine Garage für mein Auto“, „da passt mein Auto nicht rein“, „ich will aber nicht im Keller mit anderen eine Waschmaschine teilen“.

Ich möchte hier noch betonen, ja wir leben in einer Stadt mit extremen Mieten und extremer Wohnungsnot aber als Mann alleine, mit seinem Verdienst findet man eine Wohnung! Innerhalb von 5 Monaten. Da gebe ich jedem Brief und Siegel drauf. Natürlich muss man sie suchen und man muss sie intensiv suchen und man muss sie wollen.

In meinem Kopf, wenn man sich in einer derart schlimmen Situation befindet, dann tut man etwas! Man könnte sogar mutmaßen, es wäre vielleicht als relativ schlau anzusehen, Angesichts der Tatsache, dass man gerade sein ganzes Leben neu ordnen muss, bestünde die Möglichkeit, sich ein 2 Zimmer Wohnung zu suchen, die relativ günstig ist. Die mich entlastet.

Ihr könnt mich auch als vollkommen unzurechnungsfähig ansehen, wenn ich sogar der Meinung bin, ein Waschkeller bewahrt mich davor mit sofort eine eigene Waschmaschine kaufen zu müssen und eine Wohnung mit einer etwas älteren Küche drin würde es mir ersparen, eine Küche kaufen zu müssen aber wie gesagt, das sind nur meine Überlegungen und die sind ja meisten total an den Haaren herbeigezogen.

Ein weiteres Problem war, dass er nach wie vor in meinem Bett schlief. Ja klar, ich hätte ihn auf dem Sofa schlafen lassen können. Wollte ich auch. Leider sah ich, dass es die Kleine extrem verwirrte und sie sehr unter Druck setzte. Nachts wachte sie auf uns wusste nicht wo sie hin sollte. Sie wollte zu Papa aber auch zu mir ins Bett. Sie ging zu ihm, sie wachte wieder auf und kam zu mir. Sie weinte und wusste nicht was los war. Einmal schlief er auf dem Sofa und ich ging mitten in der Nacht mit Mäuschen aufs Klo. Da bekam sie einen total Schrei- und Weinanfall und brüllte nach ihrem Papa und wollte nicht mehr vom Klo. Ihr braucht nicht glauben, dass das laute Geschrei den Vater dazu veranlasst hat aufzustehen. Ich habe ihn irgendwann vom Sofa gebrüllt er soll sich um sein, nach ihm weinendes, Kind kümmern. Das wollte ich ihr nicht antun, also schlief er im Bett. Wenn er einfach nicht da war, dann war es leichter. Er musste endlich gehen!

Kleiner Spaß zwischendrin: Wir kamen auch noch mal auf das Thema zu sprechen wie wir es denn jetzt mit der Kohle machen würden nach der Trennung mit den Alimenten.

Was ich jetzt erzähle ist wirklich so passiert, ich schwör‘s!  Er erklärte mir:“ Ja also, ich bin ja bereit dir Geld zu geben wenn ich welches habe aber ich möchte da nicht auf einen Betrag festgelegt werden.“  Pffffff……muhahahuhahah! Hä???? Was bitte?

Seine Hoheit möchte da nicht auf einen Betrag festgelegt werden? Aber bitte, warum sollte irgendjemand ihn auf einen Betrag festlegen wollen? Ihn doch nicht. Den Mr. M. Ist ja nicht so, als gäbe es da Gesetzt und selbst wenn, die gelten doch nicht für ihn.

Nach 5 Monaten Psychoterror riss mir die Hutschnur und ich sagte ihm, wenn er  nicht sofort die Wohnung verlässt, dann packe ich unsere Sachen und wir gehen bis er weg ist. Ich war in den Startlöchern, ich hatte auch etwas wo ich hin könnte mit meiner Tochter. Ich hätte mir auch für 3 Monate ein Apartment gemietet, was übrigens kein Problem ist. Klar, teuer aber es war ja nur für Kurz, es ging darum endlich dieser Stimmung zu entkommen mit meinem Kind.

Man kann von einem Tag auf den anderen in so ein Apartment ziehen. Bevor man wirklich alles zerstört hat und da nur noch verbrannte Erde ist, könnte man dies tun. Er tat nichts. Er war anscheinend vollkommen zufrieden damit, dass ich mit dem Kind dann gehen würde, bevor er seinen Arsch bewegte. Ich hatte die Koffer quasi in der Hand, da verkündete er mir, dass er jetzt die Wohnung bekomme, die er haben wolle und er könne da am 15ten einziehen. Okay…eine Woche schaffe ich noch.

Natürlich ging das Ganze aber noch weiter. Sein Vermieter meldete sich, man habe einen Wasserschaden und es sei nicht vorhersehbar wann er einziehen könne. Da Mr. M aber den Vertrag ab 01. Juni unterschrieben habe könne er ihm anbieten ab dem 01. Juni ein Hotel zu bezahlen und einen Lagerraum für seine Sachen. Also stand ich wieder vor einem ganzen Monat ohne seinen Auszug. Mr. M. machte auch keine weiteren Anstalten die Situation zu entschärfen. Ich meinte, er solle dem Vermieter bitte vorsachlagen, dass er sich das Geld für den Lagerraum sparen könne, wenn er sofort ein Hotel bezahle bzw. wie besprochen ab dem 15ten dieses Monats.

Wieder passierte nichts. Nach erneutem Diskutieren und Streiten sagte ich wieder, dass eben dann doch ich und das Kind gehen würden. Ganz zum Schluss, ganz am Ende von Allem, als er sich immer noch jeden Tag ins Bett legte, nahm er den endlich, endlich ein Kurzzeitapartment und verließ die Wohnung.

Wollte ihr mal raten…die allerletzte Arschlochnummer, die, die mich dann endgültig auf die Seite von ich hasse den Mann schubste…die habe ich noch nicht erzählt.

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