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Womansplaining Teil II

Es ist erneut passiert, ich wurde ge-womansplained. Ein weiteres Mal von einer Frau Ende 50 rum.

Es begann mal wieder mit dieser Unterstellung, man sei ja quasi selbst schuld, dass man so viel zu tun habe. Man könnte ja auch einfach weniger tun! Nicht wahr, es ist doch das eigene Verschulden, dass man zwischen 2 Jobs und einem Kind nicht genug Zeit und Muße hat, sich um sich selbst zu kümmern. 90% meiner to do’s drehen sich nicht um mich. Aber klar, scheißen wir doch einfach auf alle Kindertermine, kümmern wir uns einfach weniger, dann sind wir halt schlechte Mütter aber dafür vielleicht entspannt. Wer braucht schon Arzttermine, Kindergartentermine, Schultermine, Behandlungen hier und da. Wer muss schon zur Schuluntersuchung und zur Einschreibung und zur Impfung und zum Elterngespräch? Alles nur eine Frage des Willens, ne?! Alles Absicht , um sich von seinem desolaten Zustand abzulenken, logo. Ich scheiße mich selber mit Terminen  zu, damit ich nicht nachdenken muss. Meine Termine sind alle optional. Nicht. Da könnte ich ja schon echt sauer werden.

Als ich dann sagte, ich könne eine gewisse Anzahl an Terminen zusätzlich nicht mehr schaffen, wurde ich wieder mit diesem Lächeln bedacht. „Es sei doch eine Sache des Willens“ und dann aber noch der ultimative Lebenstipp: „Suchen Sie sich doch eine Leihoma“, sie kenne viele, die damit sehr zufrieden seien.

Ach ne! Echt? Sowas gibt es? Sach‘ bloß! Und weil das so nett klingt „Leihoma“, will die sicher auch kein Geld von mir. Die macht das, weil sie eine nette Oma ist. Unfassbar, was ist denn daran eigentlich nicht zu verstehen? Egal wie es heiß, ich kann es mir nicht leisten. Wenn ich alleine auf die nächsten drei Wochen sehe, bräuchte ich so viel Hilfe von außen, um das zu schaffen, dass ich nur dafür ein paar hundert Euro bräuchte.

Ja,ja, es gibt die auch ehrenamtlich. Löst aber nicht das Grundproblem, weil ich die nicht zu all den Terminen mit meinem Kind schicken kann und auch ehrenamtlich Leihomas nicht neben dem Telefon sitzen, falls dein Kind morgens krank aufwacht und es ändert auch nix daran, dass man ständig belehrt wird man sei selbst schuld an seinem Zeitproblem. Ich werde euch berichten wie schnell und einfach man eine ehrenamtliche Leihoma findet, die einen unterstütz – in der Realität.

Dann erzählte sie mir auch noch, ich müsse ihr also immer wenn ich nicht komme ein Ausfallhonorar bezahlen. Selbst wenn mein Kind krank sei, ließe sie das nicht gelten. Genau, gar kein Problem, meine Liebe. Ich lege jedesmal 80€ auf den Tisch, wenn mein fragiles Konstrukt nicht funktioniert.

Ich frage mich wirklich, wer hier realitätsfremd ist!

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