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Worst Case

Der worst case ist eingetreten, ich habe keinen Hortplatz.

Heute rief ich im Hort an und hörte auf dem AB den Satz:“ Die Zusagen für das Hortjahr 2018/2019 sind rausgegangen. Wenn sie keine erhalten haben, dann ist das erstmal eine Absage.“

Es war 10.00 Uhr morgens, ich saß im Büro und fing an zu weinen. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören. Ich war fassungslos. Die haben mir keinen Hortplatz gegeben. Alleinerziehend. Vollzeit Job. Man hat mir einfach keinen Hortplatz gegeben.

Mit einem kurzen Satz steht plötzlich meine gesamte Existenz auf dem Spiel. Mein Beruf. Mein Einkommen. Mein Lebensunterhalt, alles steht jetzt auf dem Spiel.

„Vielleicht bekommen Sie ja einen Platz im zweiten Rutsch!“ Das ist alles was man mir sagt. Alles was zwischen mir und meiner weiteren Befähigung liegt, uns in Zukunft alleine zu ernähren.

Ich habe nur einen Hort im Schulsprengel und der lehnt mich einfach ab. Einfach so.

Bei der Gastschule stehe ich auf der Warteliste. Eh klar, die eigenen Schüler gehen vor.

Und jetzt? Jetzt kann ich nur hier sitzen und mir die Augen ausheulen und weiterhin darauf warten, ob eine städtische Einrichtung mein Schicksal als künftige Hartz IV Empfängerin besiegelt?

Wirklich? So stellt man sich das Leben vor bei der Stadt München?

„Ja, da gibt es doch sicher eine Mittagsbetreuung!“ Ja, die gibt es! Aber man möchte es den Menschen ja besonders schwer machen und man erlaubt nur eine Anmeldung. Man darf sich nur beim Hort ODER der Mittagsbetreuung anmelden. Natürlich- maximal viele Steine müssen im Weg des Hilfesuchenden liegen. Zudem würde eine „Mittagsbetreuung“, wie der Name schon sagt, meinen Job auf nur noch ein paar Stunden die Woche eindampfen. Wer braucht schon Geld alleine mit Kind? Wir wollen auch gar nicht davon anfangen, dass ich keine 12 Wochen Jahresurlaub habe und mir die Mittagsbetreuung da keine so ganz große Hilfe ist.

„Aber da gibt es doch sicher noch was anderes?“ Selbst wenn es noch etwas gebe. Ein Kind in der ersten Klasse muss ja in der Lage sein alleine und selbständig nach der Schule zur Betreuung zu kommen. Egal was man mir nun erzählen mag, wie selbständig andere 6-Jährige sein mögen, die quasi schon alleine mit dem Zug von München nach Hamburg fahren. Ich schicke meine 6-Jährige nicht mit dem Bus und 3-mal umsteigen durch die Stadt – totaler Quatsch!

Ja, da kann man doch klagen. XY und Z haben da auch geklagt. Ja…mag sein…vielleicht… ich hätte mir einen Schulbeginn ohne Gerichtverhandlung vorstellen können.

Ich bin restlos verzweifelt. Das System hat mich einfach komplett ignoriert. Jetzt beginnt die große Suche. Von Pontius zu Pilatus, von einer Einrichtung zur Nächsten, zur Beratungsstelle, zum Amt X und zur Stelle Z. Wieder muss man kämpfen um jedes bißsschen Hilfe und alles ganz alleine und alles auf Kosten meines Arbeitgebers, denn das geht alles nur am Vormittag.

2 Kommentare

  1. Carina

    Ich hoffe wirklich, dass es mit dem Hortplatz noch klappt. Bevor sämtliche Vollzeit-Mütter und Hartzer ihr Kind dort betreuen lassen dürften, sollte Alleinerziehenden der Vorzug gegeben werden!

    • Lilli Engelmann

      Hallo Carina! Ich freue mich sehr über deinen Kommentar, nachdem ich es geschafft habe alle früheren Kommentare aus Versehen zu löschen ! Danke dir für‘s Daumen drücken, ich bin ganz guter Hoffnung im Moment aber es zerrt an den Nerven und belastet sehr!

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